Samba - Die Konfigurationsdatei im Schulalltag

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Client Tuning

Wenn die Zugriffszeiten trotz einiger Optimierungen auf Samba-Seite noch nicht den durchschlagenden Erfolg hatten, dann lohnt sich oft ein Blick auf die Client-Seite. Eigentlich sollte man sowieso zuerst die Clients optimieren... icon_wink

Software

Wenn Software auf den Clients ständig über das Netzwerk auf den Server zugreift, dann beeinträchtigt das die restliche Netzwerkperformance sehr stark.

So beinhaltet die bekannte Office-Anwendung M$-Word z.B. ein Feature namens Schnellspeicherung,

welches die Zeit zum Speichern einer Datei reduziert. Dies wird u.a. dadurch erreicht, dass die neuen Daten einfach an die Datei angehängt werden, anstatt diese komplett neu zu speichern.

Diese Option ist jedoch mit Vorsicht zu genießen: zwar wird die Datei schnell gespeichert - das nächste Laden dauert dafür um so länger, da die Datei schnell wächst. Außerdem lassen sich Änderungen an den Daten auch später noch leicht nachvollziehen - Stichwort: Datenschutz.

Eine weitere für das Netzwerk recht unerfreuliche Option ist das automatische Speichern alle "x" Minuten. Ein gutes Sicherheitsfeature - aber wenn der Speicherort auf einem Netzlaufwerk liegt, wird alle "x"-Minuten die Datei komplett übertragen. Wenn das dann in einem Kurs bei allen 16 Teilnehmern passiert...

...dann also das entsprechende Verzeichnis (meistens ist es als "Backup"-Verzeichnis betitelt) einfach auf einen lokalen Ordner umbiegen - fertig.

Was will ich damit aber hauptsächlich sagen: schauen Sie sich ruhig einmal die auf den System installierte Software etwas genauer an. Wenn ein Programm alle 3 Minuten oder gar generell unnötig das Netzwerk belastet, dann hilft auch das beste Tuning nichts.

Systemsteuerung

Indexdienst

Normalerweise ist die sogenannte "Indexerstellung" - eine Funktion von MS Office, um angeblich den Zugriff auf Office Dateien zu beschleunigen - eingeschaltet. Diese für einen Heim-PC evtl. noch nützliche Funktion sollte im Schullalltag ausgeschaltet werden.

Drucker

Auch wenn es nicht sofort auffällt: Word sucht direkt beim starten nach dem "Standard Drucker". Wenn es sich dabei um einen Netzwerkdrucker handelt, der u.U. nicht erreichbar ist, kann es zu spürbaren Verzögerungen beim Start von MS Office kommen. Deshalb einen funktionierenden "Standard Drucker" besser vorher per Script zuweisen oder einfach einen PDF-Drucker installieren, der dann als Standard definiert wird. Das spart außerdem noch Druckkosten, wenn mal wieder jemand "aus versehen" auf das "Drucken" Icon gekommen ist.

Netzwerkkarte

Öffnen Sie die "Systemsteuerung" >> "Netzwerk" >> "Eigenschaften" >> "Erweitert"

Hier haben Sie je nach verwendeter Netzwerkkarte verschieden Einstelloptionen.

Für ein BNC-Netz ist es z.B. keine gute Idee die Karte auf Full-DuplexBetrieb zu stellen, da dies zu sehr vielen Kollisionen im Netzwerk führt- hier sollte auf jeden Fall Half-Duplex gewählt werden. Ebenso, wenn ein HUB zum Einsatz kommt.

In einem Netzwerk mit Switch sieht das wiederum ganz anders aus- hier sollte ruhig Full-Duplex eingestellt werden, weil der Switch die Bandbreite entsprechend anpassen und überwachen kann.

Sollten Sie für Ihre Karte weitere Optionen angezeigt bekommen, wie z.B. die übertragene Paketgröße (da z.B: mal 32KByte einstellen - entspricht dem Linux-Standard), dann spielen Sie hier ruhig ein wenig herum, bis Sie eine optimale Einstellung gefunden haben.

Registry

Die ganz Mutigen können sich schließlich noch an einige Registry-Einstellungen wagen.

Anbei ein kleiner Patch, der einige TCP/IP-Optionen von Windows 95 und 98 ändert. (Rechtsklick, "Dateispeichern unter", "Zusammenführen")

Was macht dieser Patch?

  • Er stellt die MTU (Maximum Transfer Unit = maximale Transporteinheit)auf 1500 - ein Wert für die maximale Größe eines Dateipakets, den auch Linux für die Datenübertragung nutzt. Daten (Dateien) werden in Blöcke unterteilt und übertragen. Der Empfänger setzt diese Datenblöcke wieder zusammen. Beim Verlust eines solchen Datenpaketes wird es nochmal angefordert.
  • Das Empfangsfenster wird auf 32KByte erhöht.

Sie können diese Werte auch über den Registry-Editor "regedit" ändern. Geben Sie dazu einfach unter Start >> Ausführen "regedit" ein und suchen Sie die entsprechenden Schlüssel heraus. Die Pfade findenSie in dem Patch.




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