Test: Open School Server Version 2.1

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Installation

Das kommt mir doch bekannt vor?

Die Installation entspricht bis auf 3 Ausnahmen einer normalen SLES9 Installation. Wer schon einmal ein aktuelles SUSE LINUX installiert hat, dem wird die Installation sehr bekannt vorkommen - der Installer ist identisch.

Installationsübersicht

Das Administrations- und Benutzerhandbuch enthält sogar einen extra Abschnitt mit Empfehlungen und Hinweisen auf für Schulen rechtlich wichtige Punkte, die noch vor der eigentlichen Installation erfolgen sollten. Selbst ein Hinweis auf das mitgelieferte Speichertestprogramm erfolgt. Ein unerfahrener Admin tut also gut daran, vor der Installation einen Blick in dieses Handbuch zu werfen. So gelingt der Spagat zwischen einfacher und schneller Installation für erfahrene Administratoren, für die wohl das in der Bezahlt-Version mitgelieferte Installations-Handbuch gedacht ist, und ausführlicher und "Step-by-Step" Installation durch unerfahrene Anwender.

Installationseinstellungen

Eine erweiterte Paketauswahl direkt während der Installation ist mit den bei SUSE üblichen Paketmanager möglich - der Schulserver kommt aber mit einer fest vorgegebenen Paketauswahl (Selektion) daher und bietet als zusätzliche "Selektion" zunächst nur "Development-Pakete" für die Weiterentwicklung des OSS an. Einzelne Pakete können aber ebenso vom Installationsmedium hinzugefügt oder abgewählt werden. Extis bietet für zahlende Kunden später noch die Möglichkeit an, zusätzliche SLES9 Pakete zu installieren, wenn der Administrator dies wünscht.

Normalerweise reicht aber eine Kontrolle der vom Installer vorgeschlagenen Installationsoptionen völlig aus. Die Entwickler haben versucht, dem Anwender hier schon alle komplizierten Entscheidungen abzunehmen.
Allerdings lauern bei der Installation doch noch zwei kleine Fallstricke - wie das Handbuch verrät: bei einem falschen BIOS-Datum ist später keine Anmeldung am Webfrontend möglich, da ein falsches Zertifikat erzeugt wird. Auch sollten zusätzliche (USB-)Festplatten oder USB-Sticks während der Installation nicht angeschlossen sein, da der Partitionierer diese erkennt und ebenfalls für die Installation des OSS nutzt. D.h. diese Sticks oder Festplatten werden neu Partitioniert und Formatiert und können später nicht mehr ohne Fehler vom OSS entfernt werden. Diese beiden Punkte werden aber in beiden Handbüchern ausdrücklich beschrieben und sollten hier nur nochmals als Warnung erwähnt werden.

Der Partitionierer erkennt schon auf der Festplatte vorhandene Betriebssysteme und versucht ggf. diese mit einzubinden. Eine Parallel-Installation zusammen mit anderen Systemen ist also möglich. Allerdings werden für den OSS mindestens 20GB an freiem Speicherplatz auf der Festplatte benötigt. Das Administrationshandbuch gibt hier hilfreiche Tips.

Wer mit den Vorschlägen des Partitionierers nicht einverstanden ist, kann hier wie von SUSE gewohnt bequem auch RAID- und LVM-Systeme und sogar verschlüsselte Partitionen anlegen. Das Benutzerhandbuch erklärt auch hier die dafür hier notwendigen Schritte.

Nach dem Einrichten und Formatieren der Partitionen werden die Pakete auf die Festplatte aufgespielt. Praktisch: der Installer informiert über die verbleibende Zeit. Ein CD-Wechsel ist in der freien Version nicht nötig. Die Kaufversion kommt - je nach Bestellung - mit weiteren CDs daher.

System konfigurieren

Anschließend startet die initiale Konfiguration des Systems.
Nach der Abfrage des root-Passworts (auch hier lohnt wieder ein Blick ins Adminhandbuch) erfolgt die Konfiguration des Netzwerks. Der OSS bietet zun�chst eine Auswahl der automatisch erkannten Netzwerkkarten an. Der Nutzer braucht nur noch diejenige auszuw�hlen, welche f�r das interne, also das Schul-Netzwerk zust�ndig sein soll. Das von EXTIS versprochene "Netzwerkkonzept" des OSS fordert nun in der n�chsten Maske seinen Tribut: hier soll der Nutzer neben der Angabe eines Domainnamens f�r die Schule auch gleich weitere Angaben �ber das interne Netzwerk machen. Zur Auswahl stehen drei vorkonfigurierte Profile, die jeweils einem offiziell f�r interne Netzwerke vorgesehenen Bereich umfassen (10er; 172er und 192er Netzwerk). Damit wird besonders die Migration eines schon bestehenden Systems erleichtert: man sucht sich den schon im alten System genutzten Netzwerkbereich aus und braucht weiter nichts zu tun als f�r den OSS noch freie IP-Adressen zu vergeben.

Wer allerdings das System genauer an seine lokalen Gegebenheiten anpassen will oder gar vorhandene Novell- oder Windows-Server migrieren m�chte, der sollte schon �ber Erfahrung mit Netzwerken verf�gen. Die default Einstellungen k�nnen im Allgemeinen aber bedenkenlos �bernommen werden.

Konfiguration des internen Netzwerks

Nun folgt die Konfiguraition des Internetzugangs. Der OSS bietet hier eine breite Auswahl an M�glichkeiten.

Internetzugang konfigurieren

So ist neben der direkten Internet-Anbindung �ber Moden, ISDN oder DSL auch die Nutzung eines Transportnetzes oder eines Gateways vorgesehen. So kann der OSS sowohl als "Eierlegende Wollmilchsau" die direkte Anbindung der gesammten Schule an das Internet �bernehmen oder auch einfach in ein bestehendes Netz integriert werden und z.B. einen vorhandenen Hardwarerouter oder ein Servernetz oder sogar eine Standleitung nutzen.

Bei der folgenden Einrichtung von LDAP-Server und der Certificate Authority sollte man am besten die Vorgaben �bernehmen. Nur mit viel KnowHow (welches auch das Handbuch nur ansatzweise vermitteln kann) sollte man hier die Vorgaben ver�ndern. EXTIS bietet aber extra Schulungen f�r dieses Thema an.

Bei den "schulspezifischen Angaben" im n�chsten Schritt m�ssen zun�chst die vorhanenen Klassen und die Aufteilung derselben angegeben werden. Hier k�nnen auch besondere Klassennamen vergeben werden, wie sie etwa in Grundschulen h�ufig Verwendung finden. Weitere Klassen k�nnen aber auch sp�ter noch eingerichtet werden und werden mit der Version 2.1 automatisch angelegt, sobald eine Importliste neue Klassennamen enth�lt. Insofern d�rfte die Angabe der Klassennamen wohl eher ein Relikt der Vorversion sein.

Einrichten der Klassenstruktur und vergeben eines Namens f�r den Dateiserver

Die Angabe der Windows-Arbeitsgruppe und des Rechnernamens f�r den Dateiserver ist wieder f�r Schulen interessant, die den Server in ein bestehendes System integrieren wollen. Auch hier werden ansonsten wieder sinnvolle Vorgaben gemacht.

Die letzten Schritte befassen sich noch mit der Auswahl des eigentlichen Schulnamens und der zu installierenden Sprachpakete. Des OSS bietet hier verschiedene Sprachen aus dem europ�ischen Raum an. Neben Deutsch und Englisch sind u.a. auch Rum�nisch, Spanisch, Franz�sisch und Italienisch verf�gbar.

Der OSS bietet derzeit zwei verschiedene vorkonfigurierte Groupwares an, von denen eine w�hrend der Installations ausgew�hlt werden muss. OpenXchange erlangte in Businesskreisen schon einige Ber�hmtheit, da es sich hier im die freie Groupware-Version handelt, die fr�her von SUSE selbst mit dem Open Exchange Server vertrieben wurde. Heute wird die Groupware von der Open-Xchange GmbH weiterentwickelt.

eGroupware ist eine reine OpenSource-Groupware, die inzwischen aber schon in der Version 1.2 vorliegt und in den Tests einen sehr stabilen Eindruck machte.

Beide Groupware-Suiten bieten neben den schon obligatorischen Email, Kalender und Forenfunktionen, die �ber einem beliebigen Browser bedient werden k�nnen, auch sogenannte Konnektoren zu Outlook, Kontact und Evolution an. So kann nicht nur das Webinterface genutzt werden, sondern Emails und Termine k�nnen auch mit Outlook, Kontact oder Evolution direkt an einem Client bearbeitet werden.

Im Gegensatz zu eGroupware, die zus�tzlich ein "Trouble Ticket System" f�r die Bearbeitung von Fehlermeldungen bietet, weist OpenXChange mit den "Ressourcen" ein f�r Schulen interessantes Feature auf: Ressourcen k�nnen neben R�umen auch Gegenst�nde wie z.B. Beamer oder Laptops sein, die �ber das Anlegen eines Termins im Kalender f�r einen bestimmten Zeitraum gebucht werden k�nnen. Allerdings verbraucht OpenXChange auch mehr Ressourcen des Servers und sollte daher nur bei aktueller Hardware zum Einsatz kommen.




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Keine CPU kann halten, wenn Programmierer sinnlos walten.

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