RPM-Bau für Anfänger

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Die Philosophie von RPM

Eines der Ziele von RPM war die Möglichkeit die ursprünglichen Quellen auf verschiedenen Systemen zu verwenden. Die Quellen sollten dabei im Original erhalten bleiben und Änderungen, die die Distributoren hatten vornehmen müssen um es zum Laufen zu bringen, sollten klar erkennbar sein.

Mit RPM hat man sowohl die Originalquellen als auch den Patch, mit dem die Quellen kompiliert wurden. Das hat verschiedene Vorteile: Wenn z.B. eine neue Version eines Programmes herauskommt, ist es nicht mehr nötig, noch einmal komplett von vorne anzufangen, um es unter der jeweiligen Distribution zu kompilieren. Man kann sich einfach den Patch anschauen, um zu sehen, was eventuell zu ändern ist. Alle einzukompilierenden Defaults usw. sind so einfach herauszufinden.

Zusätzlich bietet RPM die Möglichkeit, vor und nach der Installation des eigentlichen Programmpakets Skripte auszuführen. Dies ermöglicht eine sehr feine Steuerung der Installation neuer Software. So können diese Skripte durchaus vorhandene Konfigurationsdateien anpassen (Konfigurationsdateien werden, soweit vorhanden, normalerweise nicht überschrieben) oder die Installationsumgebung an die Sofware anpassen. Allerdings herrscht hier zwischen den Paketmaintainern auch Uneinigkeit, in wie weit diese "post"- oder "pre"-Skripte in die Installation eingreifen dürfen. Schließlich laufen diese Skripte i.A. mit root-Rechten und können damit auch viel Schaden auf dem System des Anwenders hervorrufen.

RPM hat ebenfalls einen leistungsfähigen Abfragemechanismus. Man kann die gesamte Paketdatenbank nach bestimmten Paketen oder einzelnen Dateien durchsuchen und so einfach feststellen, zu welchem Paket eine Datei gehört und wo sie herkommt. Die RPM-Dateien selbst sind komprimierte Archive, die einzelnen Pakete können jedoch einfach und schnell nach bestimmten Informationen durchsucht werden, da ein sog. Header an die Dateien angefügt wird alle wichtigen Informationen zu diesem Paket enthält. Das ermöglicht das schnelle Durchsuchen von Paketen.

Eine andere nützliche Funktion ist die Möglichkeit, Pakete zu überprüfen. Falls man vermutet, daß man ein für ein Paket wichtiges File gelöscht haben könnte, kann man dieses damit einfach kontrollieren. Man wird dann über Probleme mit der gegenwärtigen Konfiguration informiert und kann -- falls notwendig -- das Paket neu installieren.

Ebenso kann man bei einzelnen Dateien im System einfach feststellen, zu welchem Paket diese gehören. Damit lassen sich manchmal Probleme bei einem Update vermeiden oder es kann auch noch nachträglich festgestellt werden, welches Paket die entsprechende Datei installiert hat, die evtl. Probleme verursacht.

RPM bietet also nicht nur eine einfache Möglichkeit zur Verwaltung der installierten Software-Pakete. Inzwischen gehen die Anwendungsmöglichkeiten von RPM weit darüber hinaus. Programmautoren bzw. Pakethersteller können mit RPM die Installation und auch das Update eine Software feinfühlig steuern, und Anwender können sich jederzeit einen detailierten Überblick über die auf Ihrem System installierte Software verschaffen.




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Und der erste Taxifahrer hiess bekanntlich Schlimmes, denn es steht geschrieben: Schlimmes wird euch widerfahren!

-- anonymous