Hardware für Schulen

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Backup- und Sicherungs-Lösungen

"Warum brauchen wir eigentlich ein Backup?" - Nun, wer sich einmal den Zeitbedarf für die Ersteinrichtung und Konfiguration eines Rechners vor Augen führt, der kennt die Antwort. Abgesehen davon lassen sich so kleinere Fehler schnell ungeschehen machen. Wenn z.B. ein Schüler versehentlich die falsche Datei löscht oder ein Mitglied einer Arbeitsgruppe sich an seinen Mitschülern rächen will, kommt es auf ein aktuelles und gutes Backup dieser Daten an - wenn man schnell weiterarbeiten möchte.

In einem serverbasierten Netzwerk ist der Server leider meist der sogenannte "Single point of failure" - fällt er aus, steht das gesammte Netzwerk und kein Unterricht kann mehr stattfinden. Während in Unternehmen ein einstündiger Ausfall des Netzwerks durchaus großen Schaden anrichten kann, ist dies in Schulen meist nicht ganz so tragisch - aber ein ärgerlicher und meist verunsichernder Faktor ist es trotzdem.

Aus diesem Grund sollten Sie sich schon bei der Planung Backup-Strategien überlegen und sich dann auch im laufenden Betrieb daran halten.

Da es sehr viele unterschiedliche Backup-Strategien gibt habe ich diese in einem gesonderten Artikel auf diesen Seiten erläutert.

Hitzeschutz

Kaum beachtet aber meist der Hauptverursacher von Hardwareschäden: Hitze!

Achten Sie in jedem Fall auf eine gute Kühlung aller eingesetzten Rechner. Nicht nur Kondensatoren - auch Festplatten danken jedes "eingesparte" Grad an Temperatur mit einem längerem Leben. Der Gedanke an eine Klimaanlage - besonders im Serverraum - ist wirklich nicht abwegig. Schauen Sie sich ruhig einmal den kleinen Artikel zu diesem Thema an.

Serversicherung

Physikalische Sicherung

Zunächst einmal: der Server gehört weggeschlossen!

Wenn jeder Schüler unbedarft am Server herumspielen kann, sollte man sich nicht über dessen hohe Ausfallzeiten wundern. Die "Besenkammer" der Putzfrau oder ein kleiner, separater Schrank reichen da normalerweise schon vollkommen aus.

Der Ein-/ Ausschalter und der Resettaster des Servers sollte nicht zufällig betötigt werden können - richtige Servergehäuse haben meist eine abschließbare Klappe vor den Laufwerken und den entscheidenden Tastern. Das Abziehen der entsprechenden Kabel vom Mainboard ist aber auch ein guter Schutz. Nichts ist schließlich schlimmer, als wenn durch eine unachtsame Drehung im engen Raum der Server einen Neustart macht oder ganz ausgeht.

Stellen Sie auch fest, wer genau einen Schlüssel zum betreffenden Raum erhält. Ein beim Hausmeister per Unterschrift abzuholender Schlüssel lässt sogar eine spätere Rekonstruktion zu.

Je nach räumlicher Gegebenheit können auch sämtliche Netzwerkanschlüsse (also Switches, DSL-Anschlüsse, etc.) in diesem Raum untergebracht werden - das erleichtert die Administration und erhöht die Sicherheit. So können z.B. weitere, schon in den Unterrichtsräumen vorhandene Dosen hier einfach ungepatcht bleiben und ein Schüler kann seinen Laptop dort nicht unbemerkt einstöpseln.

Vergeben Sie bitte trotz der räumlichen Absicherung ein BIOS-Passwort und auch das Admin-Passwort sollte "richtig" schwer sein.

Zum Schluß lohnt noch die Anschaffung einer sogenannten "Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV)", die den Server vor kurzfrisitgem Stromausfall und sogar vor Überspannungsschäden sichert. Diese USVs sind schon ab ca. 100,-- Euro zu bekommen und erhöhen die Sicherheit und Verfügbarkeit des Servers enorm! Achten Sie beim Kauf bitte darauf, dass die USV ihren "Status" über ein serielles Kabel an den Server weitermelden kann. So kann dieser bei Gefahr sicher und ohne Fremdeingriffe herunterfahren - ohne Datenverlust.

Weitere Informationen zur Inbetriebnahme einer USV liefert ihnen dieser Artikel.

Sicherung auf DVD-Medien

Wie schon beim DVD-Brenner erwähnt, ist eine Sicherung des Servers auf DVDs sicherlich derzeit die kostengünstigste und flexibelste Lösung. Allerdings beinhaltet sie auch Nachteile:

  • So erfolgt ein Backup manuell - ohne Beisein eines "menschlichen" DVD-Wechslers erfolgt im allgemeinen kein Backup. Allerdings läßt sich durchaus ein gewisser Automatismus erreichen, wenn die zu sichernden Daten wesentlich kleiner sind, als das zur Verfügung stehende Datenvolumen auf der DVD.
    Dann kann man eine DVD im Laufwerk belassen und muss diese nur einmal im Monat wechseln - was nicht allzu schwer ist.
  • Sollten die zu sichernden Daten nicht mehr auf eine einzelne DVD passen, wird es enorm schwer, eine routinemäßige Sicherung durchzuführen und durchzuhalten. Welcher Admin hat schließlich schon Interesse daran, 30min zu warten, bis er die nächste DVD einlegen darf...
    Nichts desto trotz kann auch dann noch eine Sicherung erfolgen - diese dürfte dann allerdings wohl in zeitlich größeren Abständen erfolgen, so dass andere, zusätzliche Sicherungsmaßnahmen sinnvoll werden.

Sicherung auf separater Festplatte

Eine separate Festplatte mit USB-2.0 oder Firewire-Anschluß, welche sich in einem robusten Gehäse befindet, läßt ebenso ein einfaches Backup zu. So wird die Platte (evtl. sogar im laufenden Betrieb) einfach an den Server angeschlossen und die zu sichernden Daten auf ihr gespeichert. Durch ihre Größe passen auf eine Festplatte durchaus auch mehrere Sicherungen auf einmal. Beachten Sie aber, dass der Server für eine komplette Sicherung ("Full-Backup") heruntergefahren werden muss, da ansonsten die vom Betriebssystem geöffneten Dateien nicht gesichert werden können.

Die externe Festplatte sollte nach der Sicherung nicht am Server und auch nicht im Serverraum verbleiben: Stromschäden oder gar ein Brand machen sonst aus der regelmäßigsten Sicherung einen Schrotthaufen.

Sicherung auf anderem PC

Wenn der Server schon am Netzwerk hängt, warum soll dann nicht auch ein anderer Rechner im Notfall für ihn einspringen können?

Dieser "Backup-Server" sollte in einem anderen Raum (noch besser: in einem anderen Gebäude) als der Hauptserver stehen und zumindest täglich seine Daten mit denen das Hauptservers synchronisieren. Fällt dann der Hauptserver aus kann der Backupserver innerhalb weniger Sekunden oder Minuten übernehmen und der Unterricht ist gerettet.

Aber auch hier muss wieder eine Absicherung vor Spannungsschäden oder "Umwelteinflüssen" erfolgen - ansonsten gibt der Backupserver seinen Geist zusammen mit dem Hauptserver auf. Aus ähnlichen Überlegungen heraus sollte auch die Hardware des Backupservers nicht identisch mit dem Hauptserver sein: wenn die Festplatte oder der Lüfter des Hauptservers einen Hardwaredefekt aufweist, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Hardware des Backupservers bald darauf dasselbe Schicksal ereilt.




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