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Wächtersoftware für Linux?
  • verfasst: 15.07.2007, 22:26
     
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    Hallo zusammen,

    es geht zwar nur um einen Rechner in privater Umgebung, aber vermutlich gibts in diesem Forum die besten Ansprechpartner für mein Anliegen.

    Auf dem Rechner soll Kubuntu installiert werden und das am liebsten mit eine PC Wächter Software. Unter Windows gibts da ja z.B. "Microsoft Disk Protektion", "HDD King" oder "HDGuard".

    Die Hauptmerkmale der Software sollen sein:
    - Im Normalfall werden alle Änderungen an einer Partition bei dem nächsten Reboot verworfen.
    - Auf Wunsch können die Änderungen auch übernommen werden.

    Die Software muß also nicht besonders mächtig sein und Netzwerkfeatures unterstützen oder sowas.

    Kennt jemand so eine Software für Linux oder hat eine Idee wie sich sowas am besten umsetzen läßt?

    Danke und Gruß

    Stefan

  • verfasst: 15.07.2007, 22:48
     
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    Hallo Stefan,
    der "normale" Benutzer kann unter Linux doch eigentlich nichts wirklich kaputt machen. Was er verändern kann sind seine eigenen Desktop- oder Programmeinstellungen und Programme kann er nur mit Rootrechten installieren.
    Um die Rechte des normalen Benutzers weiter einzuschränken, empfehle ich dir unter KDE das Kiosk-Tool. Aber ohne zu Wissen was du eigentlich erreichen möchtest, ist es schwer etwas zu sagen.

    Viele Grüße
    Andreas
  • verfasst: 15.07.2007, 23:10
     
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    Willard
    es geht zwar nur um einen Rechner in privater Umgebung, 8<

    Auf dem Rechner soll Kubuntu installiert werden und das am liebsten mit eine PC Wächter Software. Unter Windows gibts da ja z.B. "Microsoft Disk Protektion", "HDD King" oder "HDGuard".
    8<
    - Auf Wunsch können die Änderungen auch übernommen werden.

    Kennt jemand so eine Software für Linux oder hat eine Idee wie sich sowas am besten umsetzen läßt?


    Ich kenne unter Debian derartige Software nicht. Ich habe sie aber, solange ich Linux nutze (7 Jahre) nie benötigt.

    Aber einige Dinge sollte man über Linux wissen:

    Bei Änderungen an einer Konfigurationsdatei werden in der Regel automatisch eine Sicherung der alten Konfigurationsdatei vorgenommen. Zur Sicherheit kann man das auch auf USB-Stick kopieren/speichern. Somit kann man ziemlich leicht wieder in den alten Zustand kommen, wenn man die Sicherungsdatei wieder in den alten Namen umbenennt (oder rüberkopiert).
    Ansonsten ist es davon abhängig welche Konfiguration Du sichern willst: ist es nur deine persönliche Nutzereinstellung? Die befindet sich im Homeordner des Nutzers als versteckte Ordner, die man sich unter Menü 'Ansicht' auch leicht sichtbar machen und kopieren kann. Oder sind es Systemkonfigurationen? Die befinden sich nahezu alle im Ordner /etc- wenn Du den vorher speicherst/kopierst, kannst Du ihn hinterher leicht wieder einspielen.
    Unter Linux kommst Du recht leicht wieder an deine Konfigurationsdateien über eine Live-CD. Selbst wenn Du eine Konfiguration so zermöbelt hast, dass dein System nicht mehr normal startet, hast Du in der Regel Möglichkeiten einer leichten Reparatur mittels der Live-CD und deiner gesicherten Konfigurationsdateien.

    Ansonsten gibt es unter Linux zahlreiche Backup-Tools- u.a. partimage (das könnte auch für Dich geeignet sein) oder auch rsync (das geht auch übers Netzwerk hervorragend)

    Was willst Du eigentlich genau machen, oder wovor hast Du Angst icon_wink .

    MfG T.
  • verfasst: 15.07.2007, 23:57
     
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    Danke erst mal für die schnellen und ausführlichen Antworten icon_smile

    Zu der Frage was ich überhaupt erreichen oder machen will:
    Das mit den Systemdateien schützen trifft es schon ziemlich gut. Also ich bin Linux Einsteiger und habe bisher Kubuntu unter WinXP in Virtualbox laufen lassen um es auszutesten. Es gefällt mir so gut, daß ich es richtig installieren möchte um dann mittelfristig auf Linux umsteigen zu können.

    Durch die Installation der Software möchte ich 3 Dinge erreichen:

    1) Wie schon erwähnt die Systemdateien schützen. Also wenn ich Änderungen am System vorgenommen habe die sich eher negativ auswirken icon_wink wäre das nach dem nächsten Neustart wieder im Lot.

    2) Das System vorm zumüllen schützen. Ich installier gerne schon mal Software um sie auszuprobieren. Wenn ich die Software aber nicht behalten möchte so soll sichergestellt werden, daß sie auch rückstandslos wieder entfernt wird. Also auch in den Fällen in denen zusätzliche Pakete mitinstalliert wurden die die Software benötigte.

    3) Die angelegten User sollen vor sich selbst geschützt werden. Also wenn sie Änderungen an ihrer Umgebung vornehmen, daß diese nicht dauerhaft sind, so da? die User sich beim nächsten Neustart auch wieder zurechtfinden.


    zu 1)
    Vielleicht ist es ja hier wirklich schon ausreichend die config Dateien durch ein Programm oder Script zu sichern und im Ernstfall mit ner Live-CD wiederherzustellen.

    zu 3)
    Das Kiosktool scheint hier ein guter Tipp zu sein, was ich bisher davon gesehen habe.

    bliebe eigentlich nur noch 2). Eine Lösung wäres natürlich Images anzulegen immer vorher. Das ist aber allerdings nicht besonders komfortabel...

    Mit einer PC-Wächter Software könnten alle 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, deshalb habe ich daran gedacht. Oder haltet Ihr einen Einsatz solcher Software für unnötig oder übertrieben?

    Danke und Grüße

    Stefan
  • verfasst: 17.07.2007, 01:21
     
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    Willard
    Durch die Installation der Software möchte ich 3 Dinge erreichen:

    1) Wie schon erwähnt die Systemdateien schützen. Also wenn ich Änderungen am System vorgenommen habe die sich eher negativ auswirken icon_wink wäre das nach dem nächsten Neustart wieder im Lot.


    Warum solltest Du Änderungen am System vornehmen, die sich negativ auswirken? Wenn Du unsicher bist, nutze die Einstellungstools, die Dir deine Linuxdistribution bietet. Wenn Du mehr Ahnung hast, weisst Du immer, wie Du problemlos zurückkommst.
    Das Verändern von Systemeinstellungen ist unter Linux relativ problemlos reversibel, da die Konfigurationsdateien im Textdateiformat sind- somit auch lesbar und mit einem gewissen Lernaufwand (sofern man es will) sogar gut nachvollziehbar, kein Vergleich z.B. mit der Windows-Registry). Wie bereits geschrieben: Die Konfigurationsdateien für das System befinden sich im Ordner /etc- diesen Ordner kann man irgendwo sichern (z.B. durch einfaches Kopieren). Die Konfigurationsdateien für den Nutzer befinden sich im Homeordner des Nutzers. Die Dateien für die Nutzerkonfiguration kannst Du einfach z.B. auf einen Stick speichern bei Kubuntu z.B. die Einstellungen für die grafische Oberfläche KDE befinden sich im Ordner /home/nutzer/.kde. diesen Ordner kannst Du einfach irgendwo sichern und bei Bedarf zurückkopieren. Ich glaube aber nicht, dass Du das jemals gebrauchen wirst- wenn, dann sicherst Du ohnehin den ganzen /home-Ordner, was man ohnehin machen sollte, um seine Daten zu sichern- nein- ein PC-Wächter macht das meines Wissens nicht hinreichend und benötigt unnötig Speicher der Festplatte- wichtige Daten sollten von Zeit zu Zeit auf etwas anderem als auf Festplatte zusätzlich gesichert sein (auch eine Festplatte kann ausfallen!).

    Zitat
    2) Das System vorm zumüllen schützen. Ich installier gerne schon mal Software um sie auszuprobieren. Wenn ich die Software aber nicht behalten möchte so soll sichergestellt werden, da? sie auch rückstandslos wieder entfernt wird. Also auch in den Fällen in denen zusätzliche Pakete mitinstalliert wurden die die Software benötigte.


    Das funktioniert problemlos.
    -> apt-get remove Paketname --purge
    (mit --purge wird nicht nur das Paket entfernt, sondern auch eventuelle Konfigurationen zum Paket)
    und mit dem Programm deborphan (oder grafisch auch gtkorphan) werden auch überflüssige Bibliotheken entfernt. Mit apt-get clean ab und zu bleibt deine Festplatte auch sonst sauber.

    Inwieweit Kubuntu dafür ein grafisches Gesamtpaket bietet weiß ich nicht, da ich Kubuntu nicht nutze.

    Zitat
    3) Die angelegten User sollen vor sich selbst geschützt werden. Also wenn sie Änderungen an ihrer Umgebung vornehmen, da? diese nicht dauerhaft sind, so da? die User sich beim nächsten Neustart auch wieder zurechtfinden.


    Unter KDE finden die Nutzer sich zurecht- ich habe bis jetzt auch bei Kindern kein Kind erlebt, das mit KDE nicht zurecht kam, wenn es mal etwas verstellt hatte. Ansonsten hilft einfach das Programm kpersonalizer oder das KDE-Kontrollzentrum

    Zitat
    zu 1)
    Vielleicht ist es ja hier wirklich schon ausreichend die config Dateien durch ein Programm oder Script zu sichern und im Ernstfall mit ner Live-CD wiederherzustellen.

    zu 3)
    Das Kiosktool scheint hier ein guter Tipp zu sein, was ich bisher davon gesehen habe.

    bliebe eigentlich nur noch 2). Eine Lösung wäres natürlich Images anzulegen immer vorher. Das ist aber allerdings nicht besonders komfortabel...


    Ja- images reichen auch, wenn man sie nur einmal sichert- nämlich dann, wenn man seine wesentlichen und wichtigen Einstellungen vorgenommen hat. Ich selbst hatte aber noch nie Images angelegt. Und die entsprechende Konfigurationsdatei ist schnell kopiert (einfach auf den entsprechenden Speicher kopieren)


    Zitat
    Mit einer PC-Wächter Software könnten alle 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, deshalb habe ich daran gedacht. Oder haltet Ihr einen Einsatz solcher Software für unnötig oder übertrieben?


    Ja- unter Linux halte ich einen PC Wächter für übertrieben. Wie ich bereits schrieb, habe ich unter Linux sowas nie vermisst. Vorgenommene geänderte Einstellungen bekommt man in der Regel ohne Probleme wieder zurück.
    Den Homeordner sichert man ohnehin von Zeit zu Zeit auf einem anderen Medium und man kann ihn problemlos wieder zurückkopieren (damit auch die Nutzereinstellungen).
    Unter Linux gewöhnt man sich recht schnell daran, dass System und grafische Oberfläche nicht ineinander verflochten sind- die grafische Oberfläche ist ein zusätzlicher Aufsatz auf das System und damit auch für sich konfigurierbar, ohne das System an sich zu gefährden.
    Meine Erfahrungen mit PC-Wächtern unter Windows sind eher die, dass sie öfter die Administration behindern, aber unter dem undurchsichtigen schwerer wartbaren Windowssystem mitunter ganz nützlich sind.
    Bei Linux dagegen halte ich PC-Wächter eher nur für unnützen Ballast- Linux funktioniert da doch ein Stück anders, wenn es unter Linux einen Einsatzzweck für PC-Wächter geben würde, wären dafür schon entsprechende Programme entwickelt worden- mir sind keine bekannt. Die Linuxwerkzeuge sind eigentlich ausreichend. Für mich ist Linux und insbesondere debianbasierte Distributionen deutlich angenehmer zu warten, wenn man seine Umstellungsphase (d.h. auch windowstypisches Denken abgewöhnen) hinter sich hat.

    MfG Thomas
  • verfasst: 17.07.2007, 10:34
     
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    Hallo Thomas,

    vielen vielen Dank für Deine ausführliche und sehr hilfreiche Antwort!!

    Das hat mir doch einen wesentlich besseren Einblick verschafft und ich komm jetzt auf jedenfall erst mal wieder ein gutes Stück alleine klar icon_wink

    Danke noch mal und Gruß

    Stephan

  • verfasst: 19.07.2007, 11:09
       
    Lars
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    Abschließend noch ein Tip, der bei den hier vorgestellten Schulservern teilweise auch angewendet wird:
    • richte dir einen "Musteruser" ein - d.h. lege einen "Musteraccount" an und richte dort alles so ein, wie es dir als "Ausgangsbasis" gefällt.

    • Kopiere das Homeverzeichnis dieses "Musterusers" in das Verzeichnis, welches als Vorlage für neue Benutzer genommen wird. Im allgemeinen ist das das Verzeichnis /etc/skel auf einem Einzelplatzsystem. Da unter Linux sämtliche Daten im Homeverzeichnis eine Benutzers gespeichert werden, reichen dafür folgende Befehle:
      • mv /etc/skel /etc/skel.old (Das Originalverzeichnis /etc/skel wird in /etc/skel.old umbenannt)

      • cp -a /home/musteruser /etc/skel (Das Verzeichnis mit den Daten des Musterusers als neues Vorlagenverzeichnis kopieren)

      • chown -R root:root /etc/skel (Die Rechte an allen Dateien und Verzeichnissen dem Benutzer root geben. Die Rechte werden beim Anlegen eines neuen Benutzers automatisch angepasst.)


    • Wenn du jetzt neue Benutzer anlegst, bekommen die jene Einstellungen, welche du für den Musteraccount eingestellt hast. Das vereinfacht einerseits die "Ersteinrichtung", andererseits kannst du so fast jederzeit den Account eines Benutzers zurücksetzen, indem du dessen altest Homeverzeichnis (oder gleich den ganzen Benutzer icon_wink wegkopierst und neu anlegst. Der Benutzer muss sich dann nur aus den Wegkopierten Verzeichnis bzw. dem Backup seine alten Daten zurückholen die er braucht.
  • verfasst: 19.07.2007, 19:50
     
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    Hallo Lars,

    super. Das ist echt ein super Tipp. Den werd ich auch auf jeden Fall umsetzen. Danke dir.

    Gruß

    Stephan

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