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[linuxmuster] erfahrungsbericht linbo vol. 2
  • verfasst: 21.08.2008, 01:00
     
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    letzter Besuch:
    21.08.08
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    Absender: martin kurz
    1. Moin zusammen,
    2.  
    3. da ist mir ein Kollege wohl zuvor gekommen, denn ich wollte auch ein
    4. Erfahrungsbericht über Linbo verfassen. Um es jedoch gleich zusammen
    5. zufassen: ich habe sehr positive Erfahrungen mit Linbo gemacht, danke
    6. Herrn Knopper vielmals, und werde sicher Linbo weiter einsetzen.
    7.  
    8. Auch wenn es sehr banal klingt: ich habe mich genau an das Handbuch
    9. gehalten, und dies war wohl auch gut so, denn viele Probleme haben sich
    10. so nicht ergeben bzw. konnten gelöst werden. Ich möchte auch auf ein
    11. paar praktische Dinge hinweisen.
    12.  
    13. Ich habe Linbo in 2 Schulen eingesetzt und bestehende Partitionen von
    14. Rembo migriert. Es war jeweils in einem halben Tag erledigt.
    15.  
    16. Kniffelig war es die richtige start.conf zu erstellen. Mein Tipp:
    17. zunächst mit dem "Assistenten" eine Dummy-start.conf in der Schulkonsole
    18. erstellen und diese dann anpassen. Bei den Partitionsgrößen habe ich
    19. dann auch mit Taschenrechner genau umgerechnet. Die Windowspartition
    20. habe ich einige 100 MB größer konzipiert als sie ursprünglich war. Die
    21. Linux-Partition habe ich schlussendlich nicht migriert, sondern neu
    22. aufgesetzt.
    23.  
    24. Noch ein Tipp: die Größe bei der Linbo-Cache-Partition sollte leer
    25. bleiben, dann wird automatisch der restliche Platz dafür verwendet.
    26.  
    27. Bei der 1. Schule haben wir/habe ich die Windows-Partition zunächst
    28. schon vorher aus der Domäne genommen, da der Server komplett neu
    29. aufgesetzt wurde und nicht stimmen konnte. Dann war die Reihenfolge
    30. wichtig:
    31.  
    32. 1. Image: Erstellen eines Linbo-cloop-Image der Windows-Partition *ohne*
    33. Domänenanbindung. Genau nach Anleitung mit kurzzeitigem Server-Cache
    34. statt lokalem Cache.
    35.  
    36. 2. Erstellen einer Standard-Registry-Datei. Der Domain-Name wurde
    37. angepasst. Die Registry-Datei dem korrekten Basisimage zugeordnet.
    38.  
    39. 3. Zurückspielen (mit angewandtem Registry-Patch). Am besten auf eine
    40. andere Maschine. Linbo zeigt an, das der Registry-Patch angewandt wird.
    41. Keine Probleme damit.
    42.  
    43. 4. Als lokaler Windows-Administator lokal anmelden (hat ja sowieso keine
    44. Domäne). Dann mit dem User domadmin in die Domäne reinbringen. Gelang
    45. auf Anhieb.
    46. Mir kommt da ein Gedanke:
    47. Vielleicht soll ich noch erwähnen, dass dieses ganze Procedere nicht
    48. unter dem Kapitel Linbo-Einsatz steht, sondern unter Rembo: 2.7.
    49. Domänenbeitritt, Softwareinstallation und Benutzerprofil auf Seite 69.
    50. Aber auch für Linbo wichtig ist.
    51.  
    52. 5. Ein neues Image erstellt (nach Start ohne Sync und Test), wie üblich
    53. das Profil des pgmadmin nach Default User kopiert. Das Profil vom
    54. pgmadmin dann gelöscht und
    55.  
    56. 6. zweites Image gebacken. Vorsichtshalber nochmals als Basisimage
    57. (cloop-Datei). Achtung hier: das 2. Image muss per Hand in die
    58. start.conf eingetragen werden. Das geschieht nicht automatisch wie bei
    59. Rembo. Mir ist da doch schon Fehler unterlaufen, da ich daran nicht
    60. gedacht habe. Dies gilt auch für differentielle Images.
    61.  
    62. Zuletzt:
    63. 7. Verteilt per Roll-Out (wie beschrieben).
    64.  
    65.  
    66. In der 2. Schule habe ich den Windows-Client nicht aus der Domäne
    67. genommen, da ich hier an der Domäne oder den Computer-Konten ja nichts
    68. verändert habe. Das hat perfekt geklappt. Das geklonte Image war in der
    69. Domäne und blieb in der Domäne.
    70.  
    71. Soweit. Zunächst dachte ich: hey, Linbo ist ja langsam. Das stimmte aber
    72. so nicht. Erstens habe ich die Zeiten mal gestoppt und alles
    73. relativierte sich. Dann habe ich Multicast ausprobiert. Zunächst dachte
    74. ich auch: Nur Fehlermeldungen. War aber nicht der Fall, ich habe einfach
    75. mal Multicast mit 30, dann mit 70 Rechnern gleichzeitig ausprobiert und
    76. siehe da - trotz dubioser Meldungen oder scheinbaren Einfrierens - es
    77. tat sich was und ruck-zuck war der Roll-Out erledigt. Wirklich schnell.
    78.  
    79. Weiter ist der Start von Linbo mit Sync+Start doch mit der
    80. Windows-Partition akzeptabel, vielleicht etwas länger. Linbo startet bis
    81. zum Auswahlfenster ab dem Anschalten in ca. 60 Sekunden, Windows dann -
    82. wenn nichts übertragen werden muss - mit diff-Datei in ca. 75 Sekunden.
    83. Das ist o. k. Unsere Rechner sind auch schon etwas älter.
    84.  
    85. Multicast ist schnell. Ich stelle jetzt aber immer diesen individuell
    86. ein, d. h. nur für einen Roll-Out. Im Gegensatz zu Rembo denke ich jetzt
    87. also immer in "Roll-Out-Zyklen" und Normalbetrieb. Ich habe auch
    88. unterschiedliche start.confs für Räume erstellt (geht ja schnell per
    89. Klick), aber mit dem gleichen Image. Da kann ich Roll-Outs besser
    90. kontrollieren. Und: ich stelle den Parameter min-clients sehr klein ein,
    91. so auf 4 Computer. Denn: erst ab dem 4. Computer greift multicast. Zuvor
    92. verteilte sich das Image per rsync. Und wichtig ist ein Restart des
    93. UDPCast-Dienstes nach jedem neuem Image.
    94.  
    95. Wo ist der Mehrwert? Linbo ist freie Software, Open-Source. Das ist
    96. schon mal ein Wert an sich. Linbo lässt sich viel bequemer in der
    97. Schulkonsole administrieren. Das konnte ich unter Rembo so nicht (oder
    98. habe ich nicht genutzt, genauer gesagt). Linbo-Images kann ich bequem
    99. komplett sichern oder übetragen. Bei Rembo ging das nicht, da die
    100. wesentlichen Teile ja in einer Datenbank steckten. Jetzt kann ich meinem
    101. Kollegen Linbo-Images per Stick geben (auf einem großen Stick). Ich kann
    102. bei Linbo transparenter in der Konsole Registry-Patches mitgeben (ging
    103. auch bei Rembo, ja). Linbo hat einen besseren Roll-Out, d. h. wenn
    104. Rechner komplett neu bespielt werden sollen. Bei Rembo musste ich immer
    105. rumgehen und für alle Partitionen klicken, das entfällt mit den
    106. Auto-Funktionen bei Linbo. Kein Klick. Nur anschalten und dann sofort
    107. schon die Auto-Parameter wieder zurücknehmen.
    108.  
    109. Ach ja: der Linux-Client (Ubuntu 8.04) war ruckzuck fertig, dank auch
    110. einem neueren linuxmuster-client Paket (siehe andere Mails von mir) Das
    111. einzige was mich etwas nervt ist, dass bei einem Neuaufsetzen immer
    112. Linbo einen File-Check durchführt, den ich nicht abschalten kann.
    113. Wahrscheinlich steckt dieser sogar in Linbo (siehe ältere Mail von mir).
    114.  
    115. Huch, jetzt habe ich schon viel geschrieben, sicherlich noch nicht
    116. alles. Aber mein Fazit ist: ich bleibe bei Linbo, ich bin froh darum und
    117. will es nicht mehr missen. Eklatante Fehler traten bei mir einfach nicht
    118. auf. Manche Unsicherheit wurde durch intensives Handbuch-Studium gelöst,
    119. darum kommt man nicht herum. Eine schlüsselfertige Lösung ist kein
    120. System, das liegt aber in der Natur der Sache, dass die Clients, Windows
    121. wie Linux ja "gebacken" werden müssen.
    122.  
    123. So empfehle ich allen, Linbo ruhig auszuprobieren. Aber bitte nicht
    124. unter Zeitdruck.
    125.  
    126. Soweit,
    127. Grüße, Martin Kurz
    128.  
    129.  
    130.  
    131. _______________________________________________
    132.  Hinweis:
    133.  Bitte melden Sie sich unter http://www.support-netz.de/hotline.html
    134.  an der Hotline des Support-Netzes an.
    135.  Nur so koennen wir eine langfristige Weiterentwicklung und einen
    136.  nachhaltigen und guten Support gewaehrleisten. Vielen Dank.
    137. _______________________________________________
    138. linuxmuster mailing list
    139. linuxmuster@mail.schule-bw.de
    140. http://mail.schule-bw.de/cgi-bin/mailman/listinfo/linuxmuster
    141. linuxmuster-archive: http://mailman.schule-bw.de/pipermail/linuxmuster/

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Es wird wohl festzuhalten sein: Das Internet wurde konzipiert, um einem Atomschlag standzuhalten. Leider hatte kein Militärstratege mit der Deutschen Telekom gerechnet...

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