Samba - Die Konfigurationsdatei im Schulalltag

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Letzte Änderung: 07.01.2008

Inhalt

Die Konfigurationsdatei

Grundsätzlich ist für die Konfiguration von Samba die Datei smb.conf zuständig. Die Datei befindet sich im Verzeichnis /etc oder /etc/samba. Es handelt sich um eine Textdatei, welche durch in eckigen Klammern stehende [Namen] in verschiedene "Sektionen" unterteilt wird. Dabei gibt es grundsätzlich die [global]-Sektion, in welcher alle "globalen" Konfigurationseinstellungen vorgenommen werden, in weitere Sektionen (sog. "Shares"), die unter Windows z.B. einzelne Laufwerke repräsentieren würden.

Konfigurationsdatei bearbeiten

Sie können die Konfigurationsdatei mit mehreren Tools bearbeiten.

Für welches Tool Sie sich auch entscheiden: alle bearbeiten mehr oder weniger direkt die Konfigurationsdatei von Samba [12], welche ebenso viele Komentare für einzelne Parameter enthält.
Tip 1: Arbeiten Sie sich in ein Tool ein - und vergessen Sie die anderen. Nutzen Sie niemals mehrere Tools gleichzeitig! Dies führt zu einer völlig zerstörten Konfigurationsdatei und einem verkonfiguriertem Server.

Letztenendes sollten Sie aber immer die Konfigurationsdatei auch mit einem Editor bearbeiten können - nur so sehen sie, was dort wirklich eingestellt ist.

Tip 2: Nutzen Sie das Programm testparm. Testparm ist ein Teil von Samba und auf jedem System vorhanden. Testparm testet ohne weitere Optionen die Datei smb.conf, welche auch von Samba genutzt wird und meldet evtl. Syntaxfehler. Sie können damit sogar ihre bisherige smb.conf "korrigieren" lassen, indem Sie testparm die Datei neu schreiben lassen. Für weitere Informationen lesen Sie bitte man testparm.


Die [global]-Sektion

Der "include"-Parameter

Weitere Konfigurationsdateien können durch die Anweisung include eingebunden werden. In älteren Samba-Versionen sollten die include-Befehle aber am Ende der [global]-Sektion stehen, da sonst u.U. darunter stehende Einstellungen ignoriert werden. Bei neueren Versionen (so ab 2.2) ist dies nicht mehr der Fall.

Die Auslagerung von Konfigurationsdateien ist hilfreich, wenn z.B. später einmal Upgedatet wird und die eigenen Einstellungen in einer separaten Datei liegen, die im neuen System nur noch über eine einzelne Zeile eingefügt werden müssen.

Zudem können sich so z.B. zwei gleichzeitig laufende Samba-Server die Konfiguration für ein "Share" teilen, indem Sie beide dieselbe Datei einbinden. Zudem können Sie für verschiedene Nutzer oder Maschinen oder ... andere Files verwenden.

Ein Beispiel gefällig?

include = /etc/smb.conf.%a

Hier bekommt jeder Client mit einem anderen Betriebssystem auch eine andere Datei serviert. So könnte man also hier einem Windows NT-Rechner andere Shares zur Verfügung stellen als einem Windows 9x-Rechner.

Die "socket options"

Mit diesem Parameter in der [global]-Sektion beeinflussen Sie die Performance von Samba im Netzwerk. Sie können Samba damit unheimlich schnell - aber leider auch unheimlich langsam machen. Ausprobieren ist hier meist der einzige Weg zur richtigen Einstellung für das eigene Netzwerk.

Grundsätzlich passen die Optionen die Protokolle der unteren Schichten (nach OSI-Modell) an. Sie ergänzen oder entfernen bestimmte Parameter dieser Protokolle und ändern so die Form des Datenaustauschs zwischen Server und Client. Sie sollten also zunächst zumindest von einem Client aus vernünftigen Zugriff auf den Server haben und Benchmarktests nach jeder Änderung durchführen. Übertragen Sie dazu jedes Mal eine mehrere MB große Datei vom Server zum Client und umgekehrt und messen Sie die dazu benötigte Zeit. Nehmen Sie aber immer eine andere Datei - sonst könnte Ihnen der Cache einen Strich durch die Rechnung machen.

Mehrere Optionen werden durch Leerzeichen voneinander getrennt.

Wird hinter einer Optionen die Angabe eines Wertes erwartet, sind Leerzeichen vor oder nach dem Gleichheitszeichen aber nicht erlaubt.

Folgende Optionen können Sie setzen:

IPTOS_LOWDELAY Hierbei handelt es sich um ein "Flag", welches innerhalb eines IP-Paketes gesetzt wird: der Type of Service (TOS) bekommt also den Wert "wenig Verzögerung". Dieser Parameter wird nicht von allen Betriebssystemen und Routern ausgewertet - kann aber ebenfalls die Performance erhöhen und sollte immer zusammen mit TCP_NODELAY eingesetzt werden.
IPTOS_THROUGHPUT Auch hierbei handelt es sich wieder um ein Flag innerhalb eines IP-Pakets. Hier wird bei einem Router um die Strecke mit "Maximalen Durchsatz" gebeten. Auch dieser Parameter wird nicht von allen Betriebssystemen und Routern ausgewertet.
TCP_NODELAY Dies veranlasst Samba, gleich mehrere TCP-Pakete bei einer Übertragung zum Client zu verwenden und nicht erst auf eine Bestätigung für den korrekten Empfang jedes einzelnen Pakets zu warten. Ab Samba 2.0.4 sollte diese Option voreingestellt sein - das setzen dieses Flags stört aber nicht.
SO_KEEPALIVE Samba prüft alle vier Stunden nach, ob ein Client noch reagiert. Wenn nicht, beendet Samba die Verbindung und spart so Ressourcen.
SO_REUSEADDR Aktiviert die Wiederverwendung von lokalen Adressen. Diese Option sollte nicht benötigt werden, da Sie von Linux standardmäßig gesetzt wird.
SO_BROADCAST Soll Samba Rundruf-Pakete verwenden? Normalerweise sollte diese Option nicht benötigt werden - wenn Samba aber Probleme mit der Namensauflösung der Clients hat oder den Master-Browser nicht findet, können Sie sie aktivieren. Beachten Sie, dass Sie dann aber auch einen zusätzlichen "Wins-Server" und einen "PDC" im Netzwerk haben sollten. Ansonsten macht die Aktivierung keinen Sinn.
SO_SNDBUF= Legt den Sendepuffer für ausgehende Pakete fest. Nehmen Sie immer Vielfache von 1024. In einem 10MBps-BNC-Netzwerk hat sich z.B. SO_SNDBUF=8192 bewährt.
SO_RCVBUF= Hier legen Sie im Gegensatz zu SO_SNDBUF den Empfangspuffer fest. Auch hier ein in der Praxis erprobtes Beispiel: SO_RCVBUF=8192
SO_SNDLOWAT= Dieser Parameter ist für Linux irrelevant. Insbesondere, da der Parameter TCP_NODELAY ihn eigentlich aufhebt. Normalerweise würde erst dann ein TCP-Paket gesendet, wenn n Byte an Daten zusammengekommen sind. Also etwa bei SO-SNDLOWAT=1460
SO_RCVLOWAT= Auch dieser Parameter sollte bei einem Linux-Server nicht gesetzt werden. Er beeinflusst, wann ein Paket an eine höhere Schicht weitergegeben wird.

Zum Abschluss ein erprobtes Beispiel in einem 10MBps-BNC-Netzwerk:

socket options = TCP_NODELAY SO_SNDBUF=8192 SO_RCVBUF=8192 IPTOS_THROUGHPUT IPTOS_LOWDELAY SO_KEEPALIVE

"read raw" und "write raw"

Diese Parameter erlauben es Samba, SMB/CIFS-Pakete bis zu 64KByte Größe zu senden und zu empfangen. Ist der jeweilige Wert auf No gesetzt, so wird Samba gezwungen kleinere Pakete zu bilden, was die Performance beeinträchtigt. Man sollte hier also die voreingestellten Werte belassen bzw. explizit mit:

read raw = yes
write raw = yes

setzen. Wenn ein Client anschließend Probleme machen sollte, hat man halt Pech gehabt und muss auf diese Option verzichten. Hier - mit Windows 95-Clients - kam dies nicht vor. Bei neueren Windows-Versionen sollte es eigentlich auch nicht mehr passieren.

Der Wert "max xmit"

Beim Verbindungsaufbau verhandeln Client und Server einen Wert namens maximum transmit size, der die Größe nahezu aller SMB-Befehle beschränkt. Normalerweise ist der Wert auf 65535 gesetzt, was in allen Netzwerken eine optimale Performance bewirkt. Manchmal kann aber auch ein kleinerer Wert bessere Resultate bringen. Werte unter 2048 führen aber nachprüfbar zu Problemen.

max xmit = 5535

Tote Clients: "deadtime" und "keepalive"

Ab und an sollen Windows-Clients ja abstürzen. Damit Samba dies nicht erst nach 4 Stunden bemerkt und solange die Verbindung und damit Ressourcen reserviert, gibt es diese beiden globalen Parameter.

Mit
deadtime = 5

wird Samba veranlasst, 5 Minuten auf einen Client zu warten, der derzeit inaktiv ist. Im Schulalltag mit seinen 45 Minuten-Zeiten hat sich dieser Wert schon recht gut bewährt. Evtl. sind auch Zeit bis eben 45 Minuten sinnvoll - je nach Anwendungen, die auf den Clients gefahren werden.

keepalive = 150

keepalive-Pakete werden versendet um zu prüfen, ob ein Client noch "am Leben" ist. Die Angabe erfolgt in Sekunden - im Beispiel wird also alle zweieinhalb Minuten überprüft, ob der Client noch lebt.

Zusammen mit der Socket-Option SO_KEEPALIVE werden hier also letztendlich restriktiv Ressourcen am Server freigemacht, sobald sich ein Client nicht mehr meldet.

Datei-Locking mit "oplocks"

Ist diese Option gesetzt, dürfen Clients die angeforderten Dateien auf ihrem eigenen System zwischenspeichern und Schreibzugriffe auf geänderte Dateien werden erst dann ausgeführt, wenn ein weiterer Zugriff auf diese Dateien (z.B. durch einen anderen Client) erfolgt. Dies sollte die Performance in der Größenordnung von 30 Prozent steigern - ist jedoch die Standard-Einstellung und sollte nur geändert werden, wenn es Probleme mit Clients gibt oder bestimmte Dateien (z.B. Datenbanken) ein anderes Vorgehen verlangen. Bei einzelnen Dateien kann hier aber noch der Parameter veto op#LOCK files helfen. Zudem kann man den Parameter auch in einzelnen Shares verwenden.

oplocks = yes

Verzeichnis merken: "getwd cache"

Dieser Parameter bewirkt, dass sich Samba den Pfad zum aktuellen Verzeichnis merkt. Wird er auf yes gesetzt, kann dies die Performance leicht anheben.

getwd cache = yes

Sofort senden: "read size"

Normalerweise wartet Samba, bis die angeforderten Datenpakete komplett von der Festplatte gelesen wurden, bevor Sie über das Netzwerk übertragen werden. Dieser Parameter veranlasst die Datenübertragung nach einer bestimmten Anzahl an Bytes noch bevor das Lesen von der Platte abgeschlossen ist. Erlaubte Werte liegen zwischen 1024 und 65536, wobei der optimale Wert stark von der Geschwindigkeit des Netzwerks und der Festplatte des Servers abhängt.

read size = 16384

Logfiles schreiben: "log level"

Samba schreibt normalerweise unterhalb von >/var/log/ ein Logbuch über verschiedene Vorkommnisse. Die Ausführlichkeit der festgehaltenen Meldungen wird durch den Loglevel beeinflusst.

Wird dieser "log level" auf Werte größer als 2 gesetzt, muss Samba sehr viel protokollieren und beansprucht die Festplatte zusätzlich. Dies resultiert meist in einem starken Performance-Einbruch.

Sie sollten für den "normalen" Betrieb den "log level" also höchstens auf den Wert 2 setzen. Wenn Sie allerdings nach Fehlern suchen machen log level kleiner als 12 keinen Sinn.

log level = 2

Speicherverbrauch: "shared mem size"

Dieser Parameter erlaubt das Festlegen der Speichergröße (in Bytes), die von den smbd-Prozessen verwendet werden darf. Normalerweise verwendet Samba nur 1 MB an RAM. Für große Server kann dies aber zu wenig sein. Mit

shared mem size = 2097152

setzen Sie diesen Wert auf 2 MB herauf.

Die Bosse: "admin users"

Mit dem Parameter:
admin users = admin
erklärt man den Nutzer admin, der sich unter Windows anmeldet, zum Nutzer root auf dem System. D.h. dieser Nutzer führt - auch wenn er unter Windows angemeldet ist - alle Zugriffe auf die Dateien des Servers mit der Nutzerkennung von root, also den höchsten Rechten aus. Damit kann er dann z.B. Dateien und Verzeichnisse löschen die ihm nicht gehören oder anderen Leuten Dateien und Verzeichnisse ins Homeverzeichnis legen, die diese nicht mehr löschen können. Seien Sie also vorsichtig mit der Vergabe dieser Rechte!

Client Tuning

Wenn die Zugriffszeiten trotz einiger Optimierungen auf Samba-Seite noch nicht den durchschlagenden Erfolg hatten, dann lohnt sich oft ein Blick auf die Client-Seite. Eigentlich sollte man sowieso zuerst die Clients optimieren... icon_wink

Software

Wenn Software auf den Clients ständig über das Netzwerk auf den Server zugreift, dann beeinträchtigt das die restliche Netzwerkperformance sehr stark.

So beinhaltet die bekannte Office-Anwendung M$-Word z.B. ein Feature namens Schnellspeicherung,

welches die Zeit zum Speichern einer Datei reduziert. Dies wird u.a. dadurch erreicht, dass die neuen Daten einfach an die Datei angehängt werden, anstatt diese komplett neu zu speichern.

Diese Option ist jedoch mit Vorsicht zu genießen: zwar wird die Datei schnell gespeichert - das nächste Laden dauert dafür um so länger, da die Datei schnell wächst. Außerdem lassen sich Änderungen an den Daten auch später noch leicht nachvollziehen - Stichwort: Datenschutz.

Eine weitere für das Netzwerk recht unerfreuliche Option ist das automatische Speichern alle "x" Minuten. Ein gutes Sicherheitsfeature - aber wenn der Speicherort auf einem Netzlaufwerk liegt, wird alle "x"-Minuten die Datei komplett übertragen. Wenn das dann in einem Kurs bei allen 16 Teilnehmern passiert...

...dann also das entsprechende Verzeichnis (meistens ist es als "Backup"-Verzeichnis betitelt) einfach auf einen lokalen Ordner umbiegen - fertig.

Was will ich damit aber hauptsächlich sagen: schauen Sie sich ruhig einmal die auf den System installierte Software etwas genauer an. Wenn ein Programm alle 3 Minuten oder gar generell unnötig das Netzwerk belastet, dann hilft auch das beste Tuning nichts.

Systemsteuerung

Indexdienst

Normalerweise ist die sogenannte "Indexerstellung" - eine Funktion von MS Office, um angeblich den Zugriff auf Office Dateien zu beschleunigen - eingeschaltet. Diese für einen Heim-PC evtl. noch nützliche Funktion sollte im Schullalltag ausgeschaltet werden.

Drucker

Auch wenn es nicht sofort auffällt: Word sucht direkt beim starten nach dem "Standard Drucker". Wenn es sich dabei um einen Netzwerkdrucker handelt, der u.U. nicht erreichbar ist, kann es zu spürbaren Verzögerungen beim Start von MS Office kommen. Deshalb einen funktionierenden "Standard Drucker" besser vorher per Script zuweisen oder einfach einen PDF-Drucker installieren, der dann als Standard definiert wird. Das spart außerdem noch Druckkosten, wenn mal wieder jemand "aus versehen" auf das "Drucken" Icon gekommen ist.

Netzwerkkarte

Öffnen Sie die "Systemsteuerung" >> "Netzwerk" >> "Eigenschaften" >> "Erweitert"

Hier haben Sie je nach verwendeter Netzwerkkarte verschieden Einstelloptionen.

Für ein BNC-Netz [13] ist es z.B. keine gute Idee die Karte auf Full-DuplexBetrieb zu stellen, da dies zu sehr vielen Kollisionen im Netzwerk führt- hier sollte auf jeden Fall Half-Duplex gewählt werden. Ebenso, wenn ein HUB [14] zum Einsatz kommt.

In einem Netzwerk mit Switch [15] sieht das wiederum ganz anders aus- hier sollte ruhig Full-Duplex eingestellt werden, weil der Switch die Bandbreite entsprechend anpassen und überwachen kann.

Sollten Sie für Ihre Karte weitere Optionen angezeigt bekommen, wie z.B. die übertragene Paketgröße (da z.B: mal 32KByte einstellen - entspricht dem Linux-Standard), dann spielen Sie hier ruhig ein wenig herum, bis Sie eine optimale Einstellung gefunden haben.

Registry

Die ganz Mutigen können sich schließlich noch an einige Registry-Einstellungen wagen.

Anbei ein kleiner Patch [16], der einige TCP/IP-Optionen von Windows 95 und 98 ändert. (Rechtsklick, "Dateispeichern unter", "Zusammenführen")

Was macht dieser Patch?

Sie können diese Werte auch über den Registry-Editor "regedit" ändern. Geben Sie dazu einfach unter Start >> Ausführen "regedit" ein und suchen Sie die entsprechenden Schlüssel heraus. Die Pfade findenSie in dem Patch [17].


Tips für den Schulalltag

Hier nun noch einige Tips, die sich im Schulalltag bewährt haben. Die Reihenfolge ist dabei "beliebig", d.h. hier wird kein festes Schema mehr eingehalten.

Fehler bei der Anmeldung vermeiden

Kleiner Tip aus einer EMail von Steffen Moser:
"[...]Ich hatte bei uns mal aus zwei verschiedenen Gründen Probleme mit den Login-Skripten gehabt:

  1. Im ersten Fall haben Schüler das Anmeldeskript abgebrochen,weil das Fenster recht lange da war und sie meinten, es gehe nur weiter, wenn man es schließt... icon_wink
  2. Im zweiten Fall haben "kranke" Win95-Workstations das Login-Skript vom Samba so "locken" lassen, dass es andere, die sich gleichzeitig einloggten nicht öffnen konnten.

Das Problem ist gelöst, seit ich für das "netlogon"-Share [zu finden in der smb.conf, Abschnitt netlogon] diese drei Parameter noch hinzugefügt habe:

locking = No
oplocks = No
share modes = No

Klar, dass "locking = No" zu Problemen führt, wenn mehrere auf einemShare schreiben würden. Aber auf "netlogon" darf bei uns natürlich sowieso nur der Administrator schreiben, also sind hier durch das komplette Deaktivieren des Lockings keine Inkonsistenzen zu erwarten.[...]"

Vielen Dank für diesen Tip!

Anmeldungen begrenzen / Lizenzzähler

Wenn Sie nicht möchten, dass sich die Schüler mit einem Nutzernamen mehrmals am Server anmelden können oder sie nur eine begrenzte Anzahl an Lizenzen für eine Software haben, dann ist der Einsatz von "max connections" das richtige Werkzeug für Sie.

Mit dem Eintrag:
[Lizenzsoftware]

In der Datei smb.conf erstellen Sie z.B. eine neue Freigabe für eine Software, von der nur eine begrenzte Anzahl an Lizenzen zur Verfügung steht. Anstatt die Software aber nun z.B. nur in einem Computerraum zu installieren, sorgen Sie einfach dafür, dass sich eine bestimmte Anzahl an PCs auf diese Software gleichzeitig zugreifen kann. Hier gilt das Motto: "Wer zuerst kommt, mahl zuerst".
Die weiteren Einträge für diese Freigabe lauten dann:
EintragBemerkung (kommt nicht in die Datei!)
[Lizenzsoftware]Der Name, unter welchem diese Ordner später von den Clients aus zu erreichen ist.
comment=Teure Lizenzsoftware1Ein Kommentar - er erscheint auch in der Netzwerkansicht von Windows.
path = /home/software/Lizenzsoftware1Hier wird die Software auf dem Server gespeichert.
read only = yesNur Lesezugriff gestattet - das ist die sicherste Einstellung. Leider funktioniert das nicht mit jeder Software.
max connections = 12Wenn Sie nur 12 Lizenzen für die Software haben, dann können Sie so die Software zwar zunächst auf allen angeschlossenen Rechnern zur Verfügung stellen - Samba sorgt aber dafür, dass nie mehr als 12 Nutzer gleichzeitig dieses Programm nutzen können.

Damit sich Nutzer nicht mehr als einmal am Server anmelden können, wird auch hier ein wenig "getrickst": In der Freigabe [homes] fügen Sie einfach den Parameter:
max connections = 1
hinzu. Samba blockt dann jeden weiteren Zugriff auf das Heimatverzeichnis des Benutzers ab, wenn er sich schon einmal an einem anderen Rechner angemeldet hat. Sollten Sie mit Domain-Accounts arbeiten, wird dem Nutzer damit auch die lokale Anmeldung am Client verboten.

Benutzeranmeldungen mitloggen

Manchmal kann es recht nützlich sein zu wissen, welche Benutzer zuletzt an einem bestimmten Rechner gearbeitet haben. Die neben den Rechnern liegenden Logbücher kommen da leider ihrer zweiten Übersetzung (LOG=Lügen Ohne Grenzen) häufig näher als ihrem eigentlichen Verwendungszweck.

Ist der Samba-Server als Domänenserver konfiguriert und hat jeder Schüler einen eigenen Account, dann kann der Server gnadenlos protokollieren, wer sich wann wo angemeldet hat. Da gibt es dann -zusammen mit der "max connections"-Regel - keine Ausreden mehr...

Um die spätere Logdatei nicht unendlich groß werden zu lassen, konfigurieren wir zunächst einmal logrotate, damit dieses Nützliche Programm regelmäßig ein wenig aufräumen kann. Editieren Sie dazu die Datei
/etc/logrotate.d/samba
und fügen Sie folgende Werte an:
/var/log/samba/info.log {
compress
dateext
maxage 365
rotate 99
size=+1024k
notifempty
missingok
copytruncate
}

Jetzt muß noch die Datei smb.conf geändert werden. Fügen Sie dazu in der [homes]-Sektion folgende zwei Zeilen hinzu:
root preexec = echo "Logon am %T als %U an %m" >> /var/log/samba/info.log
root postexec = echo "Logoff am %T als %U an %m" >> /var/log/samba/info.log

Bei jeder An- und Abmeldung wird in die Datei /var/log/samba/info.log jetzt eine Zeile wie Logon am 2002/07/20 18:33:19 als lars an pc1.local.si angefügt.

Gastzugang für bestimmte Rechner sperren

Angenommen, wir haben ein paar Rechner frei zugänglich irgendwo herumstehen und bestimmte Gruppen sollen sich daran nicht anmelden können. Dies läßt sich am einfachsten über Einträge in den Anmeldeskripten für die betreffende Gruppe erledigen.

Das Beispiel gilt für Rechner, an welchen sich nur Lehrer (Gruppe teachers) anmelden sollen. Möglich ab Windows 2000 oder auch Win9x mit entsprechenden Skript, welches den %computername% setzt. Wir ändern einfach die entsprechenden *.bat Dateien für die anderen Nutzergruppen wie folgt ab:

[...]
if "%computername%"=="LEHRER-PC01" goto ausloggen
[...]
:ausloggen
echo "An diesem Rechner ist eine Anmeldung nur für Lehrer zugelassen."
shutdown -r

Papierkorb für Netzlaufwerke

Wenn die Nutzerverzeichnisse auf dem Samba-Server liegen, kommt es u.U. vor, dass ein Nutzer (wie von daheim gewohnt) eine gelöschte Datei wieder herstellen will. Nun kann man sicherlich auf das allseits beliebte Backup verweise - aber warum, wenn man es dem Nutzer doch einfach machen und ihm auch für sein Homeverzeichnis einen Papierkorb anbieten kann?

Um dies zu realisieren müssen unter Samba die sog. "VFS-Objects" bereit stehen. Dies ist ab Samba Version 3.x eigentlich Standard. Deshalb genügen ein paar zusätzliche Einträge in der Datei smb.conf und schon haben die Benutzer auch im Netzwerk einen eigenen Papierkorb.

Ich beschreibe die Änderungen/ Zusätlichen Einträge mal anhand eines kompletten Share-Eintrags in der smb.conf:

[homes]
   browseable = no
   comment = Home Directories
   guest ok = no
   inherit permissions = Yes
   printable = no
   read only = No
   valid users = %S
   veto files = /+*/.*/Desktop/
# Papierkorb einschalten!
#   preexec = test -d ./Documents/Trash || mkdir -p ./Documents/Trash
   vfs objects = recycle
   recycle:keeptree = Yes
   recycle:touch = Yes
   recycle:versions = Yes
   recycle:maxsize = 5242880  # around 5MB
   recycle:exclude = *.tmp,*.temp,*.o,*.obj,~$*,*.~??
   recycle:excludedir = /tmp,/temp,/cache,/home/all,/home/software,/home/profile,./Documents/Trash
   recycle:repository = ./Documents/Trash
Alle Zeilen unterhalb von "# Papierkorb einschalten" sind für das reibungslose Funktionieren des Papierkobs notwendig. Mit
recycle:maxsize = 5242880
stellt man die maximale Größe des Papierkorbs ein. Die restlichen Parameter sollten eigentlich selbsterklärend sein.


  

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  [6] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article14-p4.phtml#locking
  [7] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article14-p4.phtml#lizenz
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  [11] http://kde-apps.org/content/show.php?content=10155
  [12] http://www.samba.org/
  [13] http://de.wikipedia.org/wiki/BNC-Steckverbinder
  [14] http://de.wikipedia.org/wiki/Hub_%28Netzwerk%29
  [15] http://de.wikipedia.org/wiki/Switch_%28Computertechnik%29
  [16] http://www.linux-schulserver.de/CmodsDownload-index-req-getit-lid-7.phtml
  [17] http://www.linux-schulserver.de/Downloads-index-req-getit-lid-7.phtml
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