Netzwerkbetreuung an Schulen

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Endlich sind "alle Schulen am Netz" - endlich können Lehrer und Schüler an vernetzten Arbeitsplätzen den Umgang mit den neuen Medien lernen und fächerübergreifende Projekte in Angriff nehmen.

Leider sind PCs nicht so einfach zu pflegen und zu warten wie dies bei Schulbüchern, Videoschränken oder Klassenräumen der Fall ist. Einzelne Rechner fallen aus unterschiedlichsten Gründen aus, der Internetzugang ist plötzlich nicht verfügbar oder die Festplatte des Servers mit den ganzen gespeicherten Dateien fällt aus. Dann ist guter Rat oft teuer und nicht so schnell verfügbar.

Schon seit geraumer Zeit werden die Netzwerke an Schulen von interessierten Lehrkräften unendgeldlich und meist in ihrer Freizeit gewartet und gepflegt. Aus Sicht dieser Systembetreuer in den Schulen fehlt es an professioneller Hilfe, Sie verbringen enorm viel Zeit (die ihnen nicht durch Stundenentlastung oder höheres Gehalt vergütet wird) mit der Pflege und Wartung der Computer sowie der Betreuung und Anleitung der Kollegien

Eine optimale Situation wäre wohl die folgende:
  • Die Schulträger beschäftigen ausgebildete Administratoren, welche die Systempflege und die Wartung der Hardware übernehmen.
  • Zusätzlich gibt es mindestens einen "IT-Koordinator", welcher die übergreifende Auswahl pädagogischer Software und die entsprechenden Schulungsmaßnahmen in den jeweiligen Schulbereichen organisiert.
  • Der IT-Koordinator erarbeitet zusammen mit den IT-Verantwortlichen an den einzelnen Schulen die Konzepte für den Einsatz der IT an den einzelnen Schulen und die Weiterbildung dieser IT-Verantwortlichen.
  • Die IT-Verantwortlichen überwachen die Systeme an ihren Schulen und bilden die eigenen Kollegen an den eigenen Computeranlagen weiter.

Nur wenige Schulträger sind bereit, die unbezahlte Arbeit dieser Schuladmins zu honorieren, obwohl gerade durch deren Arbeit eine Menge Geld eingespart wird.

Immerhin wird ab und an darüber gesprochen, wie man diesen Schuladmins zumindest "eine kleine Anerkennung" zukommen lassen kann. Dabei sind - neben so manch positiven Folgen solcher offizieller Anerkennungen - auch einige negative Punkte zu beachten.




Kommentare

Lars
13.02.07, 21:42
Es kommt noch schlimmer !!!

Vor einigen Jahren griffen einige Politiker das "Mode-Thema" Computer an die Schulen auf. Sind doch unsere Europäischen Nachbarn viel weiter als wir. Dort lernen Kinder schon in jungen Jahren, oft schon in den Grundschulen, den Umgang mit Gerät und Software. Es wurden, für einen elitären Kreis von Schulen, sogar Sondermittel eingesetzt um Anschaffungen zu tätigen. Alles unter dem Motto: "Für die Ausbildung unserer Nachwuchsgeneration ist uns nichts zu teuer." Tja, Politiker sind nun eimal Rechtsanwälte oder Volkswirte und Beamte in Behörden oft nicht einmal das. Beide haben nicht den Hauch einer Ahnung von IT.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass alle denken, weil man die Geräte ja bei ALDI kaufen kann, kann der Rest auch nicht so schwer sein. Irgendwann hat man dann gemerkt, das IT etwas komplizierter ist und doch mehr Geld als die Anschaffung kostet. Aber davon wollen die Herrn Politiker dann lieber doch nichts wissen. Kosten sind unangenehm und man kann sich damit irgendwie so garnicht profilieren. Nun also schnell einen Deckel auf die Sache und irgendwie versuchen das ganze abzuwälzen. Und wer steht am Ende der Kette ???

Nun noch schlimmer.

Der obige Artikel bezieht sich ja eigentlich nur auf das Lehrnetzwerk. Wie sieht es denn eigentlich im Verwaltungsnetzwerk aus? Funktioniert das Lehrnetzwerk nicht oder nicht 100%ig kann man sich im Notfall mit Theorieuntericht behelfen. Im Verwaltungsnetzwerk hört der Spaß aber gänzlich auf. Oft hängt der reibungslose Schulbetrieb davon ab, es werden personenbezogene Daten von Schülern, Eltern und Lehrern verabeitet. Bibliotheken und Lehrmittelverleih, Stundenplanungen, alles mit Hilfe der EDV. In einem Wirtschaftsunternehmen nennt man das "Unternehmenskritische Anwendungen". Ich weiss von einigen Schulen, dass es da einen EDV-Menschen im Rathaus gibt, der alle 14 Tage, oder einmal im Monat "vorbeischaut". Die meissten Schulen die ich kenne, sind aber auf sich allein gestellt. Die Katastophe darf ich ab und zu bestaunen. Wer glaubt daran, dass sich die Situation im IT-Bereich an Schulen, in nächster Zeit, ändern wird? Das momentane Mode-Thema ist "PISA". Keiner will etwas von EDV an Schulen wissen. Es gibt das eine oder andere Landesprojekt, aber mit der Umsetzung innerhalb der Schule, ist die Schule auf sich allein gestellt.

Ich habe nun schon eine ganze Reihe von Projekten wie dieses gesehen. Ich finde es immer wieder schade, dass das Thema immer NUR der Schulserver im Lehrnetz, bzw. das Lehrnetz selbst ist. Ich denke, das gerade die Lehrkräfte, die dieses Netz warten auch diejenigen sind, die das Verwaltungsnetz warten. Ich bin mir sicher, mit den richtigen Fragen im Forum könnt Ihr es in beiden Bereichen einfacher haben. Die Arbeit wird so oder so bei euch bleiben.

Im Grunde sind IT-ler faule Menschen. Sie wissen ganz genau, wie sie sich durch die richtigen Handgriffe eine Menge Arbeit und Ärger sparen können. ;-)

Viele Grüße und gutes Gelingen

Martin
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