Kiosk-Modus für KDE

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Letzte Änderung: 26.12.2006

Definition

Das Ziel des Kiosk-Modus, eines stark eingeschränkenden Modus für normale Benutzer, ist es, den Benutzer daran zu hindern:


Statt dessen soll der Benutzer nur:

Der KDE [2] 3-Kiosk

Zu diesem Zweck gibt es seit KDE 3.0 zwei wichtige Veränderungen:

  1. lokale, d.h. User-bezogene Konfigurationsdateien enthalten nicht mehr Schlüssel-Wert-Paare die global, d.h. rechnerweit gesetzt sind. Nur wenn der Wert des Benutzers vom globalen Wert abweicht, wird eine Eintragung in der lokalen Konfigurationsdatei gemacht.
  2. Einträge in den globalen Konfigurationsdateien können als unveränderlich gekennzeichnet werden.

Möglichkeiten der unveränderlich-Markierung:

  1. Auf Schlüssel-Ebene. Dazu wird nach dem betreffenden Schlüssel ein [$i] eingefügt. Das folgende Beispiel verhindert, dass der Benutzer die Option "Löschen bestätigen" ändert:

    [Trash]
    ConfirmDelete=true[$i]
    ConfirmShred=true
    ConfirmTrash=true

  2. Auf Gruppen-Ebene. Dazu wird nach dem Gruppennamen ein [$i] eingefügt. Das folgende Beispiel verhindert, daß der Benutzer irgendeine Option des "Mülleimers" ändert:

    [Trash][$i]
    ConfirmDelete=true
    ConfirmShred=true
    ConfirmTrash=true

  3. Auf Datei-Ebene. Eine ganze Konfigurationsdatei kann als unveränderlich markiert werden, indem als erste Zeile in diese Datei [$i] eingefügt wird.
  4. Noch in der Entwicklung: auf Verzeichnis-Ebene.

Einschränkungen bei den Funktionen einer Anwendung

Um einzelne Funktionen einer Anwendung für den Benutzer einzuschränken bzw. deren Benutzung unmöglich zu machen, muss in die Datei kdeglobals noch ein Absatz [KDE Action Restriction] eingefügt werden. Dieser Absatz muss, wie oben beschrieben, als unveränderlich markiert werden. Beispiel:

[KDE Action Restrictions][$i]
shell_access=false
action/extraToolBar=false

Funktionen, die sich auf Menu- und Toolbar-Aktionen beziehen, wird ein action/ vorangestellt.

Funktionen einer Anwendung ermitteln

Mit dcop (ohne Parameter) erhält man eine Liste der KDE-Anwendungen. Wichtig: falls verschiedene Instanzen einer Anwendung laufen, bekommen jede dieser Instanzen ein Suffix. Und das braucht man für den nähsten Befehl.

Mit

dcop <dcopid> qt objects | grep <nop>KActionCollection/ | cut -d '/' -f 3== </nop></dcopid>

werden alle Funktionen einer laufenden KDE-Anwendung aufgelistet.

Beispiel

Als Beispiel soll jetzt ein Kiosk fast geschlossen sein. Das heisst:

Realisierung:

Prozeduren:

Sollen die Nutzer allerdings ihre Email-Einstellungen von kmail speichern dürfen, darf in der Datei Restriktionen für Konqueror

Im folgenden werden Restriktionen aufgelistet, die den Konqueror so einschränken, dass der Benutzer nicht mehr machen kann, als eine bestimmte Seite anzuzeigen.

action/options_show_menubar=false
action/new_window=false
action/duplicate_window=false
action/viewDocumentSource=false
action/viewFrameSource=false
action/findfile=false
action/edit_find_next=false
action/showtoolbar=false
action/showextratoolbar=false
action/configure=false
action/options_configure=false
action/konfigurator=false
open_terminal=false
executeshellcommand=false
shell_access=false
fullscreen=true
action/go_applications=false
action/go_most_often=false
action/go_autostart=false
action/go_trash=false
action/go_templates=false
action/go_url=false
action/bookmarks=false
action/home=false
action/up=false
action/editMimeType=false
action/splitviewh=false
action/splitviewv=false
action/extraToolBar=false
action/mainToolBar=false
action/extraToolBar=false
action/bookmarkToolBar=false
action/konq_sidebartng=false
action/loadviewprofile=false
action/options_configure_keybinding=false
action/options_configure_toolbars=false
action/saveDocument=false

Zum Schluß soll der Nutzer nur noch über einen Proxy-Server ins Internet gelangen, damit über den Redirector des Proxys nur noch "genehme" Webseiten angezeigt werden. Die dafür zu setzenden Werte werden in der Datei kioslaverc gesetzt und sind damit nicht nur für den Konqueror sondern auch für alle anderen KDE-Anwendungen verbindlich, die eine Internetverbindung aufbauen.

Die globalen Einstellungen hierfür können unter openSUSE in der Datei /etc/opt/kde3/share/config/kioslaverc gemacht werden:

[Proxy Settings][$i]
AuthMode=0
Proxy Config Script=http://admin/proxy.pac
ProxyType=2
ReversedException=false

Weitere Informationen findet man derzeit leider nur im englischsprachigen KioskTool-Readme [3] auf KDE.org.


  

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Links
  [1] http://www.linux-schulserver.de/index.php?name=Sections&req=viewarticle&artid=36&allpages=1&theme=Printer
  [2] http://www.kde.de/
  [3] http://www.linux-schulserver.de/CmodsWebLinks-index-req-visit-lid-206.phtml
  [4] http://www.linux-schulserver.de/index.php?name=Sections&req=listarticles&secid=5
  [5] http://www.linux-schulserver.de/index.php?name=Sections