Vor- und Nachteile der verschiedenen Thin-Client Lösungen

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Einleitung

Inzwischen gibt es neben LTSP (dem Linux Terminal Server Projekt) weitere Lösungen, welche es ermöglichen, ältere Rechner als sog. "ThinClients" mit aktueller Software zu betreiben. Allen Lösungen gemeinsam ist, dass dafür ein sog. "Terminalserver", welcher über entsprechend aktuelle Hardware mit genügend RAM verfügen muss, über das Netzwerk seine Software zur Verfügung stellt.

Das waren allerdings dann auch alle Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede liegen allerdings im technischen Detail und sind für den Laien auf den ersten Blick nur schwer zu bemerken. Deshalb soll es hier einen kurzen Überblick über die verschiedenen Techniken sowie deren Vor- und Nachteile geben.

LTSP 4.2

Die  derzeit stabile Version zeichnet sich durch eine relativ einfache Installation unter nahezu allen Distributionen und gute, deutschsprachige Anleitungen aus. Dies liegt natürlich auch daran, dass diese Version inzwischen schon seit einiger Zeit verfügbar ist. 

Vorteile

  • gute, deutschsprachige Anleitungen
  • viele Tips und Tricks im Web vorhanden
  • Installation auf nahezu allen vorhandenen Distributionen möglich
  • schnelle Bootzeiten der Clients
  • wenig RAM (ab 32MB) und günstige Grafikkarte notwendig

Nachteile

  • kaum mehr als 50 Clients pro Terminalserver und Netzwerk  möglich
  • Daten werden nicht verschlüsselt
  • keine Kompression der Daten (Netzwerk ist relativ schnell ausgelastet (s.o.)

LTSP 5 (Muekow)

Die neueste Version von LTSP, welche sich derzeit noch in der Entwicklung befindet. Diese verfolgt einen anderen Ansatz als die vorherigen Versionen. U.a. soll hier das zugrunde liegende Betriebssystem auch schon während des Bootvorgangs der Clients genutzt werden, so dass sich das LTSP-Team nicht mehr um aktuelle Kernel und/ oder grundlegende Systemnahe Dienste kümmern muss. Dies übernimmt ab Version 5 das Betriebssystem - dadurch sind auch spezielle Anpassungen möglich.

Vorteile

  • Daten werden verschlüsselt übertragen
  • Kompression möglich - mehr Clients pro Netzwerk bzw. Terminalserver möglich

Nachteile

  • Anforderungen an die Clienthardware sind höher (wg. Verschlüsselung und Kompression)
  • Bootvorgang teilweise merkbar länger als bei LTSP 4.2
  • derzeit nur für Debian und Fedora und openSUSE verfügbar

Kiwi

Ein Team um Markus Schäfer entwickelt seit Mitte 2006 LTSP5 auf openSUSE unter Zuhilfenahme von KIWI. Mittels Kiwi werden - anhand einer XML-Steuerdatei - die Bestandteile eines Boot-Images zusammengestellt (Installierte Pakete, Konfigurationsdateien, etc.). Dieses wird dann über PXE an die Clients gesendet. Auch hier werden also die "Bordmittel" der jeweiligen Distribution genutzt. Zusätzlich lassen sich mit Kiwi auch ISO Images und Bootimages für USB-Sticks erstellen.

Bei KIWI-LTSP handelt es sich um ein Projekt, welches LTSP 5 und Kiwi miteinander verbindet. Kiwi wird zum Erstellen der Client-Images verwendet, die restliche Basis bietet das LTSP5 Projekt.

Vorteile

  • Einfache Zusammenstellung der Images Anhand verschiedener GUI-Tools möglich.
  • Langfristiger Support einigermaßen sichergestellt, da schon diverse Großhändler das System für ihre Kassensysteme nutzen

Nachteile

  • Derzeit vorwiegend nur für SUSE einsetzbar. Das System erlaubt zwar auch andere Distributionen, allerdings fehlen noch die entsprechenden Scripte.



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O Herr, schmeiss Hirn vom Himmel, und schenke es meinem PC.

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