Hardware für Schulen

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Letzte Änderung: 11.01.2008

Inhalt

Vernetzung [2]
Ergonomie [3]
Terminallösungen [6]
Normale Clients [7]
Weitere Hardware [8] Backup- und Sicherungslösungen [13]
Fazit [14]


Beginnen wir mit einigen Überlegungen über eine schulgerechte Hardwareausstattung. In der Hoffnung, damit anderen Schulen ein wenig Arbeit abzunehmen.

Dank Datenbank und Komentarmöglichkeit sollte sich dieser Artikel genau wie die Hardware sich auch dem Zeitgeist anpassen können.

Achtung: Natürlich sind die hier aufgeführten Empfehlungen rein privater Natur!




Vernetzung

Heute ist in wohl jeder Schulform eine Vernetzung anzustreben. Auch an Grundschulen läßt sich so z.B. die Wartung vereinfachen und ausgefallene Geräte führen nicht unbedingt gleich zu einem ausgefallenen Unterricht, da die bearbeiteten Daten nicht auf den Clients vorgehalten werden müssen.

Bei der Neuinstallation eines Netzwerkes sollte nicht unbedingt gespart werden. Firmen rechnen mit rund 10 Jahren "Haltbarkeitsdauer" für eine feste Vernetzung. In Schulen dürfte diese Zeit mal wieder höher liegen. Was allerdings in 10 Jahren alles "durch die Leitung" muss, kann heute kaum überblickt werden.

Welche Möglichkeiten bieten sich also an:

Ergonomie

Hier passieren leider - meist unwissend - die gröbsten Fehler. ...und mag die Hardware noch so gut oder schnell sein - wenn sie nicht den nötigsten ergonomischen Vorschriften entspricht, wird kaum jemand daran lange Freude haben.

Ich will hier nur auf einige Dinge eingehen, die im Schulalltag wohl häufig falsch gemacht werden. Wer genauere Informationen zum Stichwort Ergonimie haben möchte, der kann im Internet [16] aus dem Vollen schöpfen.

Räumlichkeiten

Stichworte:

Tip: oft wird auch über spezielle Tische und Stühle diskutiert. Inzwischen haben sich diverse Hersteller auf solche Sachen eingeschworen. Probesitzen muss vorher aber sein (und zwar nicht Lehrer sondern Schüler sollten das tun!). Ansonsten tun es meistens auch die normalen Schulstühle und als "Computertische" zwei unterschiedlich große Tische. Auf den größeren kommt Monitor und Rechner, der kleinere Tisch fast ganz wird unter den größeren geschoben und beherbergt Tastatur und Maus.

Monitore

Davor sitzen die Schüler am längsten und die Dinger sind wohl auch die letzten Überbleibsel, wenn die PCs selbst schon lange nicht mehr existieren.

Wer also am Monitor spart, spart meist nicht nur an der Ergonomie sondern darf meist auch noch lange Jahre darüber ärgern. Ein 1:1 Verhältnis im Vergleich zwischen "Preis Monitor":"Preis restl. Hardware" ist anzustreben - 2:1 wäre natürlich besser...

Für alle unten aufgeführten Monitore gilt: sie sollten die folgenden Normen erfüllen:

CRT-Monitore

Haben folgende Vorteile:
Und folgende Nachteile:

TFT-Bildschirme

Haben folgende Vorteile:
Und folgende Nachteile:

Terminallösungen

Während Terminallösungen sicherlich eine sehr gute Lösung für Schulen wären, werden Sie heutzutage leider noch viel zu selten eingesetzt. Dabei sind insbesondere die älteren Rechner, welche an Schulen herumstehen, durch den Einsatz einer bootfähigen Netzwerkkarte und eines guten Monitors dann durchaus noch für einen jahrelangen und problemlosen Betrieb zu gebrauchen.

Eine bootfähige Netzwerkkarte kostet heute um die 20 Euro - einzig der Terminalserver sollte ein moderner Rechner sein. Aus der Praxis:

1 Terminalserver mit einem Pentium IV mit 2,4GHz Taktfrequenz und 2-3 GB DDR-RAM (richtig gelesen: so viel RAM wie möglich!), der also bis auf die Ausstattung mit viel und gutem RAM ein "PC von der Stange" sein kann, bedient bis zu 20 alte Terminals, die über einen 100MBit-Switch angebunden sind. Weitere Beispiele gibt es hier [21].

Dabei sollte allerdings der Terminalserver nach Möglichkeit über eine 1GB-Anbindung ans Netzwerk und ein RAID-System verfügen, damit hier kein Flaschenhals entsteht. Während moderne Mainboards eine solche 1GB-Netzwerkkarte und RAID-Controller meist schon mitbringen, muss bei Switches meist ein etwas teureres Gerät mit ein (besser: zwei) solcher Anschlüsse gekauft werden - allerdings lohnt sich diese Investition!

Auf den Terminals, welche hier aus Pentium I mit 160MHz und 48 MB Ram bestehen, läuft sämtliche aktuelle Software wie StarOffice, Firefox, AcrobatReader, Gimp, Quanta, etc. schnell und flüssig. Hier mussten die schon vorhandenen Netzwerkkarten nur für insgesammt 240,00 Euro mit Boot-ROMs nachgerüstet werden. Zumindest für die immer mehr in Mode kommenden "Surf-Ecken" bietet sich in jedem Fall eine solche Terminal Lösung an - ansonsten sind die dortigen Rechner zu schnell mit Spielen und Viren "verseucht" oder die Hardware wird zerstört. Platten- und lüfterlose Terminals, die unter Linux laufen, scheinen bislang noch die billigste und stabilste Lösung in diesem Bereich zu sein.

Weitere Informationen über Terminalserver finden Sie u.a. hier [22].

Beispiele für Terminalserver und deren Hardwarekonfiguration finden Sie hier [23].


Normale Clients

Hat heute fast jeder daheim. Allerdings bleibt hier die Frage: was genau braucht eine Schule?

Ich versuch's mal mit den Wunschvorstellungen:

Achten Sie also vornehmlich auf die Ergonomie (gut erreichbare Anschlüsse, Lautstärke) und die spätere Aufrüstbarkeit (RAM, Steckkarten, nicht ein "all-inklusive Board") der Rechner. Für Schulanwendungen bringen heutige Rechner immer genügend "Power" mit - da muss es nicht das letzte High-Tech-Gerät sein.


Weitere Hardware

Drucker

Für den Schulalltag kommen heute eigentlich nur noch Laserdrucker in Frage. Sie liefern die kostengünstigsten Ausdrucke und sind schnell und robust genug, um eine große Anzahl an Druckaufträgen abarbeiten zu können.

Zusätzlich sollte evtl. noch ein Tintenstrahldrucker für Farbausdrucke angeschafft werden, der allerdings nicht von jedem nutzbar sein sollte. Allein die Tatsache, dass man in der Schule "nur" schwarz/weiß drucken kann, schreckt viele Schüler vor allzu vielen Druckseiten ab. Aus eben diesem Grund sollte die Auflösung des Druckers normalerweise in der Treiber-Software auch auf "eco"- oder "Spar"-Modus eingestellt sein. Hat ein Schüler einen guten Beitrag oder eine Bewerbung geschrieben, läßt sich der Drucker dafür kurzfristig leicht umstellen.

Um nicht immer einen bestimmten PC eingeschaltet zu lassen, damit gedruckt werden, kann, lohnt sich in der Schule ein zusätzlicher Printserver. Dies sind meist kleine Boxen mit 2 oder 3 parallelen Ports und einem Netzwerkanschluß. Mit der richtigen Konfiguration werden diese Printserver nur über den Hauptserver angesteuert, der dann auch gleich die Zuteilung und Abrechnung der Druckaufträge übernehmen kann.

Ein (Laser-)Drucker pro Computerraum hat sich bewährt. Um eine Übersicht zu behalten (und auch mal einfach ausgeschaltet werden zu können), sollte dieser in der Nähe des Lehrer-PCs aufgestellt werden.

Im Lehrerzimmer, dem Sekretariat, dem Kopierzimmer oder einem Vorbereitungsraum sollte dann ein weiterer Laser- und der Tintenstrahldrucker stehen. Wenn Schüler von einem Klassenzimmer oder einer "Surfecke" etwas ausdrucken, sollten diese Druckaufträge nur auf eben diesen Druckern landen und auch den Namen des entsprechenden Schülers ausgeben.

Achten Sie beim Kauf vor allem auch auf die laufenden Kosten eines Druckers! Wenn der Drucker "nur" 400 Euro - die Ersatzkartusche aber 350 Euro kostet, dann dürfte die Entscheidung falsch sein. Ich selbst habe gute Erfahrungen mit HP und Kyocera Laserdruckern sowie guten HP (auf die Patronenpreise achten) und Canon gemacht. So läuft ein Kyocera FS-1010 schon seit 7 Jahren klaglos in einer Jugendwerkstatt und ein HP2500N (als Farblaser) läuft seit 3 Jahren in einer Hauptschule. Da die Laserdrucker aber bei Farbfolien (zumindest bei mir) alle versagen, ist ein zusätzlicher Tintenkleckser halt meist (im Lehrerzimmer) noch mit dabei.

Mäuse und Tastaturen

Mäuse und Tastaturen sind meist die "Anhängsel", wenn es um die Anschaffung neuer Hardware geht. Dabei können gute Tastaturen und Mäuse durchaus einen guten Monitor noch überleben, wenn man dabei ein paar Kleinigkeiten beachtet.

Generell gilt: Mäuse und Tastaturen sollten "kabelgebunden" sein. Funktastaturen und -mäuse verbrauchen nicht nur teure Batterien bzw. Akkus sondern sind leider auch besonders begehrt.

Mäuse

Zu empfehlen sind heute wohl nur noch optische Mäuse mit Scrollrad. Ihr Vorteil liegt unter der Hand:

Durch die optische Abtastung entfällt das lästige Säubern der Mausinnereien und es fehlen zukünftig auch keine Mauskugeln mehr.

Längere Dokumente lassen sich mit einem Scrollrad bequem "durchblättern" und diese Scrollräder werden inzwischen auch schon von allen Betriebssystemen und vielen Programmen unterstützt.

Bei den Anschlüssen gilt es auszuwählen zwischen PS/2- und USB-Anschlüssen. Da die PS/2-Anschlüsse meist nur über einen Adapter realisiert werden, der auf den am Gerät befestigten USB-Anschluss aufgesteckt wird und gern einmal "verloren" geht, ist hier Vorsicht geboten, wenn die entsprechenden Anschlüsse am PC-Gehäuse offen zugänglich sind.

Ein Vorteil der älteren PS/2-Anschlüsse: damit kommen alle Betriebssysteme und auch alle BIOS-Versionen klar. Am besten dürfte also ein fest am Kabel angebrachter PS/2-Anschluss sein.

Besonders für Grundschulen empfehlen sich "Kindermäuse" - diese sind einfach nur ein wenig kleiner als die normalen Mäuse und lassen sich damit auch mit kleinen Kinderhänden gut bedienen. Nachfragen lohnt sich also! Tip: ruhig mal einen Abstecher in die Laptop-Abteilung machen. Die dortigen Mäuse sind meist kleiner als die normalen Mäuse und kosten weniger als spezielle Kindermäuse.

Noch ein Tip: um Diebstahl zu vermeiden bieten sich Kabelbinder an! Wenn sämtliche Kabel ordentlich mit einem Kabelbinder zusammengebunden werden, vermindert sich die Diebstahlgefahr von Mäusen enorm. Dabei kosten Kabelbinder nur ein paar Cent.

Tastaturen

Eine gute Standard-Tastatur mit 105-Tasten sollte auch nach Jahren noch gut funktionieren.

Normale Tastaturen ohne "Zusatzknöpfe" sind derzeit am sinnvollsten und wecken auch keinen besonderen Spieltrieb bei den Schülern. Die Tasten sollten auch bei einer Belastung an der Kante (besonders bei der [Enter]- und der [Leer]-Taste zu bemerken) nicht klemmen oder Ungleichmäßigeiten aufweisen. Die Auftrennung in die verschiedenen Funktionsbereiche sollte klar sein - so vereinfachen sich später Erklärungen zur genauen Lage einer Taste. Das Klickgeräusch sollte sehr leise sein - wohingegen die "Dämpfung" der Tasten eher Geschmackssache ist.

Vollergonomische Tastaturen (erkennbar am zweigeteilten Schreibmaschinenblock) sollten aufgrund der wahrscheinlich nicht vorhandenen Schreibmaschinenkenntnisse der Schüler eher nicht verwendet werden.

Bitte bei der Auswahl der Tastaturen auch auf eine mögliche Anpassbarkeit achten: höhenverstellbare Tastaturen sind heute zwar Standard - aber die Ausführung der Hebel läßt durchaus manchmal zu wünschen übrig. Eine Tastaturauflage für die Handballen sollte direkt an der Tastatur befestigt werden können - ansonsten rutscht sie u.U. bei richtigem Gebrauch hin und her und bringt nichts.

Billige Tastaturen leiden leider schon nach kurzer Zeit unter erhötem Klickgeräuschen und geben dann bald ihren Geist auf. Gute Erfahrungen habe ich mit Cherry- und Microsoft-Tastaturen gemacht.

Scanner

Ein Scanner sollte heute ebenso zur Grundausstattung gehören, wie eine Digitalkamera. Hier reicht aber ein günstiges Modell. Eine Auflösung über 1200x1200 dpi und eine Auflagefläche, die "Schulbuchgröße" bietet, reicht für schulische Anwendungen aus.

Eine Durchlichteinheit kann nicht nur zum Einscannen von Dias benutzt werden - auch manch andere kreative Sache läßt sich u.U. damit machen... ...aber bitte vor dem Kauf darüber nachdenken - später wird es ein entsprechendes Modell wahrscheinlich nicht mehr geben.

Als Anschluß kommt eigentlich nur noch ein USB-Anschluß in Frage. Parallelport-Scanner machen oft (und gerne unter Linux) Probleme und SCSI-Scanner sind unverhältnismäßg teuer. Geräte mit mehreren Schnittstellen lohnen sich nicht.

Die Erfahrung zeigt: zusätzliche Tasten am Scanner werden kaum genutzt, da die unterschiedlichen Benutzer meist nichts damit anfangen können. Wenn aber nur ein kleiner Kreis mit dem Scanner arbeitet, dann können diese kleinen Helfer durchaus nützlich sein.

Die Glasflächen lassen sich übrigens gut mit einem Fensterreiniger sauberhalten - evtl. sollte ein solches Sprühfläschchen zusammen mit Küchenpapier in der Nähe bereitstehen. - zur Reinigung der Glasoberflächen von Monitoren hat sich diese Kombination sowieso schon bewährt.

DVD-Brenner

Der Lehrer-PC sollte heute über einen DVD-Brenner verfügen. Dies hat mehrere Vorteile: einerseits können so u.U. später auch Schulvideos am PC geschnitten, gebrannt und ausgeliehen werden - andererseits lassen sich so leicht Backups von den auf dem Server gespeicherten Daten erstellen. Die dortigen Daten sprengen über kurz oder lang das Fassungsvermögen von CDs und einen noch teureren Streamer anzuschaffen lohnt sich für Schulen meist nicht. Da sich mit DVD-Brennern auch problemlos CD-ROMs brennen lassen, lohnen sich die ~30 Euro Unterschied durchaus.

Bitte beachten Sie aber auch die Gefahr, die von solchen Brennern ausgeht: es ist durchaus schon vorgekommen, dass in einer Schule Raubkopien erstellt und verteilt wurden. Hier lohnt also duchaus die Überlegung, nur einen einzigen "Brenner" für die gesammte Schule anzuschaffen und diesen dann in einen PC einzubauen, der nicht allgemein zugänglich ist. Bewährt haben sich da Lehrerzimmer oder Vorbereitungsräume, die nur von Lehrern genutzt werden können. Eine weitere Sicherungsmaßnahme wärden sicherlich Logbücher darstellen, die Aufschluß darüber geben können, was wann und von wem gebrannt wurde. Dies ist aber derzeit wohl nur unter Linux möglich - wobei das WebCDwriter-Projekt [25] von Jörg Haeger hier eine interessante Alternative anbietet: der Brenner kommt in einen separaten Raum und kann über ein Webinterface von jedem Client aus bedient werden. Alle Zugriffe werden geloggt und die Schüler (und Lehrer) können zwar CDs brennen, benötigen aber einen Schlüssel für den Raum mit Brenner um ihre fertigen CDs abzuholen.


Backup- und Sicherungs-Lösungen

"Warum brauchen wir eigentlich ein Backup?" - Nun, wer sich einmal den Zeitbedarf für die Ersteinrichtung und Konfiguration eines Rechners vor Augen führt, der kennt die Antwort. Abgesehen davon lassen sich so kleinere Fehler schnell ungeschehen machen. Wenn z.B. ein Schüler versehentlich die falsche Datei löscht oder ein Mitglied einer Arbeitsgruppe sich an seinen Mitschülern rächen will, kommt es auf ein aktuelles und gutes Backup dieser Daten an - wenn man schnell weiterarbeiten möchte.

In einem serverbasierten Netzwerk ist der Server leider meist der sogenannte "Single point of failure" - fällt er aus, steht das gesammte Netzwerk und kein Unterricht kann mehr stattfinden. Während in Unternehmen ein einstündiger Ausfall des Netzwerks durchaus großen Schaden anrichten kann, ist dies in Schulen meist nicht ganz so tragisch - aber ein ärgerlicher und meist verunsichernder Faktor ist es trotzdem.

Aus diesem Grund sollten Sie sich schon bei der Planung Backup-Strategien überlegen und sich dann auch im laufenden Betrieb daran halten.

Da es sehr viele unterschiedliche Backup-Strategien gibt habe ich diese in einem gesonderten Artikel auf diesen Seiten erläutert.

Hitzeschutz

Kaum beachtet aber meist der Hauptverursacher von Hardwareschäden: Hitze!

Achten Sie in jedem Fall auf eine gute Kühlung aller eingesetzten Rechner. Nicht nur Kondensatoren - auch Festplatten danken jedes "eingesparte" Grad an Temperatur mit einem längerem Leben. Der Gedanke an eine Klimaanlage - besonders im Serverraum - ist wirklich nicht abwegig. Schauen Sie sich ruhig einmal den kleinen Artikel zu diesem Thema [26] an.

Serversicherung

Physikalische Sicherung

Zunächst einmal: der Server gehört weggeschlossen!

Wenn jeder Schüler unbedarft am Server herumspielen kann, sollte man sich nicht über dessen hohe Ausfallzeiten wundern. Die "Besenkammer" der Putzfrau oder ein kleiner, separater Schrank reichen da normalerweise schon vollkommen aus.

Der Ein-/ Ausschalter und der Resettaster des Servers sollte nicht zufällig betötigt werden können - richtige Servergehäuse haben meist eine abschließbare Klappe vor den Laufwerken und den entscheidenden Tastern. Das Abziehen der entsprechenden Kabel vom Mainboard ist aber auch ein guter Schutz. Nichts ist schließlich schlimmer, als wenn durch eine unachtsame Drehung im engen Raum der Server einen Neustart macht oder ganz ausgeht.

Stellen Sie auch fest, wer genau einen Schlüssel zum betreffenden Raum erhält. Ein beim Hausmeister per Unterschrift abzuholender Schlüssel lässt sogar eine spätere Rekonstruktion zu.

Je nach räumlicher Gegebenheit können auch sämtliche Netzwerkanschlüsse (also Switches, DSL-Anschlüsse, etc.) in diesem Raum untergebracht werden - das erleichtert die Administration und erhöht die Sicherheit. So können z.B. weitere, schon in den Unterrichtsräumen vorhandene Dosen hier einfach ungepatcht bleiben und ein Schüler kann seinen Laptop dort nicht unbemerkt einstöpseln.

Vergeben Sie bitte trotz der räumlichen Absicherung ein BIOS-Passwort und auch das Admin-Passwort sollte "richtig" schwer sein.

Zum Schluß lohnt noch die Anschaffung einer sogenannten "Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV)", die den Server vor kurzfrisitgem Stromausfall und sogar vor Überspannungsschäden sichert. Diese USVs sind schon ab ca. 100,-- Euro zu bekommen und erhöhen die Sicherheit und Verfügbarkeit des Servers enorm! Achten Sie beim Kauf bitte darauf, dass die USV ihren "Status" über ein serielles Kabel an den Server weitermelden kann. So kann dieser bei Gefahr sicher und ohne Fremdeingriffe herunterfahren - ohne Datenverlust.

Weitere Informationen zur Inbetriebnahme einer USV liefert ihnen dieser [27] Artikel.

Sicherung auf DVD-Medien

Wie schon beim DVD-Brenner erwähnt, ist eine Sicherung des Servers auf DVDs sicherlich derzeit die kostengünstigste und flexibelste Lösung. Allerdings beinhaltet sie auch Nachteile:

Sicherung auf separater Festplatte

Eine separate Festplatte mit USB-2.0 oder Firewire-Anschluß, welche sich in einem robusten Gehäse befindet, läßt ebenso ein einfaches Backup zu. So wird die Platte (evtl. sogar im laufenden Betrieb) einfach an den Server angeschlossen und die zu sichernden Daten auf ihr gespeichert. Durch ihre Größe passen auf eine Festplatte durchaus auch mehrere Sicherungen auf einmal. Beachten Sie aber, dass der Server für eine komplette Sicherung ("Full-Backup") heruntergefahren werden muss, da ansonsten die vom Betriebssystem geöffneten Dateien nicht gesichert werden können.

Die externe Festplatte sollte nach der Sicherung nicht am Server und auch nicht im Serverraum verbleiben: Stromschäden oder gar ein Brand machen sonst aus der regelmäßigsten Sicherung einen Schrotthaufen.

Sicherung auf anderem PC

Wenn der Server schon am Netzwerk hängt, warum soll dann nicht auch ein anderer Rechner im Notfall für ihn einspringen können?

Dieser "Backup-Server" sollte in einem anderen Raum (noch besser: in einem anderen Gebäude) als der Hauptserver stehen und zumindest täglich seine Daten mit denen das Hauptservers synchronisieren. Fällt dann der Hauptserver aus kann der Backupserver innerhalb weniger Sekunden oder Minuten übernehmen und der Unterricht ist gerettet.

Aber auch hier muss wieder eine Absicherung vor Spannungsschäden oder "Umwelteinflüssen" erfolgen - ansonsten gibt der Backupserver seinen Geist zusammen mit dem Hauptserver auf. Aus ähnlichen Überlegungen heraus sollte auch die Hardware des Backupservers nicht identisch mit dem Hauptserver sein: wenn die Festplatte oder der Lüfter des Hauptservers einen Hardwaredefekt aufweist, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Hardware des Backupservers bald darauf dasselbe Schicksal ereilt.


Fazit

Bei der Neueinrichtung eines Computerraumes gilt es viele kleine Details zu beachten und schon bei der Beschaffung der Materialien an deren spätere Aufrüstbarkeit zu denken.

Schließlich hat ein heute eingerichteter Computerraum bei der derzeitigen Haushaltslage einer Lebensdauer von schätzungsweise 10 Jahren entgegenzusehen - ein Witz, wenn man die normale "Haltbarkeitsdauer" von Computern bedenkt. Jede in die Planung investierte Minute dürfte sich aber gerade hier noch Jahre später auszahlen.

Ich hoffe, Ihnen mit den hier gemachten Aussagen ein paar Ideen und Anregungen gegeben zu haben - damit ihr zukünftiger Computerraum Ihnen und Ihren Schülern noch lange Freude bereiten wird.

PS: Aus gegebenen Anlass noch ein Tip!
Bitte achten Sie bei einer Ausschreibung der Geräte ganz genau auf die Kleinigkeiten! Wer hier nur "Aktueller Pentium PC mit xx MB RAM" hinschreibt und sich später über seine Ausstattung beschwert, der ist selbst schuld! Schreiben Sie wirklich alles ganz genau auf!

Wo Ihnen Angaben fehlen, beschreiben Sie ganz genau die erforderlichen Eigenschaften! Gerade in der schnellebigen Computerwelt möchten Firmen gerne den ein oder anderen Ladenhüter verkaufen - mit dem Argument, dass das angeforderte Produkt schon lange nicht mehr existiert. Lassen Sie sich nicht übertöpeln!

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  [11] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article7-p5.phtml#scanner
  [12] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article7-p5.phtml#dvd
  [13] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article7-p6.phtml
  [14] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article7-p7.phtml
  [15] http://de.wikipedia.org/wiki/VLAN
  [16] http://de.wikipedia.org/wiki/Bildschirmarbeitsplatz
  [17] http://de.wikipedia.org/wiki/TCO_%28Standard%29
  [18] http://de.wikipedia.org/wiki/Energy_Star
  [19] http://de.wikipedia.org/wiki/DVI-D
  [20] http://de.wikipedia.org/wiki/Pixelfehler
  [21] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article27-p2.phtml
  [22] http://www.linux-schulserver.de/CmodsWebLinks-req-viewlink-cid-11-orderby-dateD.phtml
  [23] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article27-p1.phtml
  [24] http://de.wikipedia.org/wiki/DVI-D
  [25] http://joerghaeger.de/webCDwriter/
  [26] http://www.linux-schulserver.de/Article151.phtml
  [27] http://www.linux-schulserver.de/Sections-article10-p1.phtml
  [28] http://hullen.de/helmut/Rechnerraum/betrieb.html
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