Hardware für Schulen

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Letzte Änderung: 11.01.2008

Inhalt

Vernetzung
Ergonomie
Terminallösungen
Normale Clients
Weitere Hardware Backup- und Sicherungslösungen
Fazit


Beginnen wir mit einigen Überlegungen über eine schulgerechte Hardwareausstattung. In der Hoffnung, damit anderen Schulen ein wenig Arbeit abzunehmen.

Dank Datenbank und Komentarmöglichkeit sollte sich dieser Artikel genau wie die Hardware sich auch dem Zeitgeist anpassen können.

Achtung: Natürlich sind die hier aufgeführten Empfehlungen rein privater Natur!




Vernetzung

Heute ist in wohl jeder Schulform eine Vernetzung anzustreben. Auch an Grundschulen läßt sich so z.B. die Wartung vereinfachen und ausgefallene Geräte führen nicht unbedingt gleich zu einem ausgefallenen Unterricht, da die bearbeiteten Daten nicht auf den Clients vorgehalten werden müssen.

Bei der Neuinstallation eines Netzwerkes sollte nicht unbedingt gespart werden. Firmen rechnen mit rund 10 Jahren "Haltbarkeitsdauer" für eine feste Vernetzung. In Schulen dürfte diese Zeit mal wieder höher liegen. Was allerdings in 10 Jahren alles "durch die Leitung" muss, kann heute kaum überblickt werden.

Welche Möglichkeiten bieten sich also an:
  • Drahtlose Vernetzung: diese ist gerade im kommen, hat derzeit aber noch nicht die gleichen Durchsatzraten, wie die feste Vernetzung. Der oft gehörte Nachteil der höheren Strahlenbelastung dürfte sich relativieren, wenn man bedenkt, dass heutige Handys wesentliche stärkere Strahlung abgeben als ein Access-Point. Der Punkt der für einzelne Rechner verfügbaren Bandbreite ist allerdings derzeit in meinen Augen ein k.o. Kriterium. Wer nur ein paar Webseiten oder Emails aus dem Internet übertragen möchte, den mag es nicht stören, dass er sich mit 20 anderen Leuten die Bandbreite von z.B. 54 Mbps (IEEE 802.11g) teilen muss. Wenn allerdings in einem Schulnetz 20 Laptops gleichzeitig versuchen ein Video anzuzeigen oder die persönlichen Profildaten der sich gerade anmeldenden Nutzer vom Server zu laden, dann kann das schon mal eine Schulstunde dauern - erst danach stehen die Rechner bzw. Anwendungen dann zur Verfügung. Allein dies führt aus meiner Sicht derzeit dazu, dass WLAN als "alleinige Zugangslösung" für Schulen derzeit nicht vernünftig nutzbar ist. Ausnahme: Schulen, bei welchen jeder Schüler seinen eigenen Laptop hat und wo im Unterricht kaum auf Multimedia-Dateien auf den einzelnen Rechnern zurückgegriffen wird. Aber kommen wir noch zu einem anderen Thema:
    Da die im Schulnetz übertragenen Daten keinen großen datenschutzrechtlich relevanten Anteil besitzen und wenn doch nach Möglichkeit über SSL und SSH verschlüsselt übertragen werden sollten, ist auch die derzeit schwache Verschlüsselung noch zu verschmerzen. Allerdings könnte es durchaus gefährlich werden, sollte die Schule über einen kostenpflichtigen Internetzugang verfügen - ein mit Laptop auf dem Schulhof sitzender Schüler fällt nach Schulschluß nicht jedem Hausmeister auf, auf der Internet-Rechnung könnte er sich aber schon bemerkbar machen.
    Solange also die Schutzmaßnahmen gegen Mißbrauch bei der drahtlosen Vernetzung nicht ausreichend sind, dürfte sich diese Lösung derzeit nur in Bereichen empfehlen, die ausreichend von der Umwelt abgeschirmt sind.
    Ein großer Vorteil der drahtlosen Vernetzung ist und bleibt aber die kostengünstige Installation und spätere "Aufrüstbarkeit" im Vergleich zu kabelgebundenen Lösungen. Dies allerdings erst, wenn die Durchsatzraten und die Sicherheit ausreichen.
  • Kupferkabel: heute wohl die empfehlenswerteste Lösung für die Anbindung von Clients und Servern ans Schulnetz und mit "Twistet Pair" realisiert. Bitte keine BNC-Verkabelung mehr andrehen lassen!
    Durch die Verwendung von voll durchgeschalteten 100-BaseT Anschlüssen ist eine spätere Aufrüstung noch durchaus möglich. Allerdings sollte man beachten, dass dann bei den meist verwendeten Anschlußdosen mit 2 Buchsen auch wirklich alle 8 Adern pro Buchse angeschlossen werden - was meist 2 Kabel pro Dose erforderlich macht.
    Wichtig: die Installation durch eine Fachfirma durchführen lassen und auf ein Abnahmeprotokoll bestehen. (Tip: Berufsschulen können hier oft ein "Projekt" für ihre IT-Auszubildenden daraus machen.) Hier sollten durchaus auch die Richtlinien für eine höherwertige Verkabelung eingehalten werden können. Das macht das spätere Aufrüsten sehr kostengünstig.
    Die Kabel werden dann in einem separaten Raum oder Schrank auf ein sogenanntes "Patchpanel" gebündelt und sollten nicht in Reichweite von Schülern und Lehrern liegen. (Achtung: richtige Patchschränke sind sehr teuer und meist nicht nötig! Ein alter, umgebauter Aktenschrank oder die kleine Besenkammer reicht hier auch aus.)
    Die eigentliche Verbindung der Rechner untereinander und mit dem Server übernimmt dann ein "Switch". HUBs (auch sogenannte "switching HUBs") sind heute nicht mehr zeitgemäß. Dieser Switch sollte zwar ein gutes Gerät sein, Zusatzfunktionen sind in kleineren Installationen aber meist unnötig. Einzig ein Uplink-Port fßr spätere Erweiterungen und evtl. 1-2 1GB-Anschlüsse (oft Glasfaser) für die Anbindung von leistungsstarken Servern sind empfehlenswert. Bei größeren Installationen sollte auf VLAN-Fähigkeit des/der Switche geachtet werden. Damit lassen sich Störungen wenn schon nicht vermeiden so doch jedenfalls stark eingrenzen.
  • Optische Vernetzung: mittels Glasfaser. Dies ist zwar derzeit wohl die zukunftsträchtigste Vernetzungsart, allerdings kostet Sie auch wesentlich mehr als die kupfergebundene Vernetzung und ist auch anfälliger. Zur Zeit werden Glasfaserkabel oft zur Vernetzung einzelner Räume und Server genutzt, während die normalen Clients mit "Twisted-Pair" vernetzt werden. Wenn in einer Schule sowieso eine neue Vernetzung ansteht, dann sollten Sie für die Anbindung eines Computerraumes an das restliche Schulnetzwerk und an den Hauptserver bzw. Hauptswitch Glasfaser in die Ãœberlegungen einbeziehen. Besonders bei langen Verbindungswegen und zwischen verschiedenen Gebäuden (Stichwort: Erdung/ Massetrennung) spielt eine Glasfaserverkabelung ihre Trümpfe aus. Allerdings ist diese Technik auch noch relativ jung - und so kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass besonders die Anschlüsse noch nicht immer "Wackelfest" sind. In einer Schule kam es z.B. laufend zu Störungen, weil der Anschluß an die Netzwerkkarte des Servers fehlerhaft war.
    Innerhalb eines Computerraumes kann aber ruhig mit Twisted-Pair verkabelt werden. Schon heute sind damit Übertragungsraten von 1 Gbps möglich.



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