Poledit: Zentralisierte Benutzervorgaben im Netzwerk

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Einleitung

Während Linux-Clients aufgrund ihrer Abstammung vom "großen" Unix einfach das betreffende Homeverzeichnis eines Nutzers mounten, in diesem Homeverzeichnis alle benutzerrelevanten Daten ablegen und diese je nach Vorgaben (in bestimmten Konfigurationsdateien) vom lokalen Administrator mit allgemeinen Daten (z.B. zur Bildschirmauflösung) überschrieben werden können (so dass Linux-Nutzer eigentlich von je her im gesammten Netzwerk arbeiten können, wenn dies von den Administratoren so vorgesehen ist), ist bei Windows-Clients ? je nach Version ? ein wenig mehr Arbeit vonnöten, um denselben Komfort zu genießen.

Ich will Ihnen in diesem Kapitel einen kleinen Einblick in die Konfiguration von "serverbasierten Profilen" und "administrativen Vorgaben" für Windows-Clients geben.

Profile beinhalten hierbei alle für den Benutzer relevanten Einstellungen einer Windowsumgebung. Administrative Vorgaben beinhalten zumeist Einschränkungen auf die Konfiguration einer Windows-Workstation. In Windows-Netzen kann man im Server-Verzeichnis "Netlogon" eine Datei namens CONFIG.POL (für Windows 9x) oder NTCONFIG.POL (für Windows-Versionen ab NT) ablegen. In dieser Datei können für Rechner bzw. Benutzer Einstellungen festgelegt werden, die jene in den lokalen Konfigurationsdateinen SYSTEM.DAT und USER.DAT teilweise überschreiben. Die config.pol wird übrigens erst nach einem eventuellen Anmeldescript abgearbeitet. Je nachdem, wie Sie die Rechner konfiguriert haben, können Sie auch andere Namen als "Vorlagendateien" vergeben und so z.B. verschiedene Rechnerräume mit unterschiedlichen Vorlagen ausstatten.

Eine Kombination verschiedener Versionen von Windows-Clients im selben Netzwerk ist übrigens nur sehr schwer zu administrieren!

Am einfachsten sind noch Windows 98 und WindowsXP oder Windows 2000 zu einer vernünftigen Zusammenarbeit zu bewegen. WindowsXP- und Windows 2000-Clients gleichzeitig im Netz zu betreiben macht bislang kaum Sinn. (Tip: normalerweise können Sie einen WindowsXP-Rechner auf Windows 2000 "downgraden": fragen Sie dazu bei M$ nach.)

Zum Erstellen bzw. Verändern von Systemrichtlinien benötigt man den Systemrichtlinieneditor POLEDIT.EXE, den Sie sich direkt von der Microsoft Homepage herunterladen können. Einige "Vorlagendateien" für Poledit können Sie auch vom Heise Server herunterladen.

Wenn Sie möchten, dann können Sie sich auch eine für Schulen angepasste Version mit Vorlagen für das entsprechende Betriebssystem in der Download-Abteilung herunterladen.

Ein Hinweis noch: Das Programm Poledit sollte nur dem Systemverwalter zur Verfügung stehen. Da das Programm später ohne weitere Installation direkt auf jedem Client startbar ist, bietet sich es sich an, das Programm (inkl. aller Dateien im Ordner) im Homeverzeichnis des Admins zu installieren - dazu braucht das Programm nach der Installation nur dorthin kopiert werden.


Kommentare

efell
08.06.05, 21:32
Offene Fragen

1. Ist es wirklich notwendig, jeden Lehrer einzeln in der Pol-Datei anzulegen? Kann man nicht die Gruppe teachers stattdessen konfigurieren?

2. Kann man auch Einstellungen wie Tastatur (deutsch/englisch) etc. hier manipulieren? Ist in der Vorlage offenbar nicht vorgesehen.

3. Kann man hier auch Einstellungen für Programme (Office 2000) vornehmen?

Lars
09.06.05, 09:58
Offene Fragen

Zu 1: Leider gibt es derzeit noch keine Möglichkeit, Gruppen zu verwalten. Das Samba-Team arbeitet fieberhaft an einer Lösung - aber die wird wohl erst mit Samba 4.x kommen.

Also hilft derzeit nur einen default-User einzurichten und dann dessen Profil auf die anderen zu kopieren.

Zu 2: Sollte funktionieren. Alles, was dazu benötigt wird sind die entsprechenden Registry-Einstellungen. Diese können dann in die Vorlage eingefügt werden.

Zu 3: Ja. Beim Heise-Verlage gibt es die "Tip-Datenbank": http://www.heise.de/ct/tipps/tipps.shtml

Da findet man schon einige adm-Dateien, die man einfach zu den vorhandenen Vorlagen hinzufügt. Zu beachten ist: sind Einstellungen mehrfach vorhanden, dann Überschreibt die letzte Einstellung alle vorherigen.

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis: Die adm-Dateien sind reine Textdateien! Wer sich ein wenig mit "Programmierung" auskennt, der wird sich schnell darin zurechtfinden und kann sich so seine eigenen Vorlagen basteln.

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